Neues von unseren Freunden

ULTRA‘ SANKT PAULI:


Nachdem die Phase der doch eher langweiligeren Gegner (Sand(y)hausen, Heidenheim, Düsseldorf,..) endete, hatten die letzten Spiele des FC St. Pauli dann doch wieder mehr Potential, interessant zu werden. Nach der unnötigen 0:2-Heimniederlage gegen die Blauen führte der vorletzte Spieltag der 2. Bundesliga unsere Freund_innen zum – ebenfalls wenig beliebten – 1. FC Nürnberg.
Traditionell organisiert der Fanladen zum letzten Auswärtsspiel einen Sonderzug, an dem sich Ultrà Sankt Pauli dieses Jahr allerdings nicht beteiligte. Grund hierfür war, dass gegen einige der Stadionverbotler_innen Betretungsverbote für die Stadt Nürnberg ausgesprochen wurden. Die Willkür bei der Vergabe dieser – ohnehin schon sehr fragwürdigen, weil zu 100% sinnlosen – Maßnahme wurde nochmal deutlicher, als einer Person, die kein Stadionverbot hat, ebenfalls ein Verbot ins Haus flatterte. Bittere Einsicht, dass Staat und Bullen wohl mittlerweile mit allem durchkommen…

Um trotzdem das Beste aus dem Tag zu machen, wurde mit 4 Bussen nach Fürth gefahren, wo in der Gustavstraße noch ein wenig gemeinsame Zeit mit den Diffidati verbracht wurde. Hier stießen auch die 30 FC Bayern Ultras hinzu. Kurz gestärkt, das ein oder andere Pläuschchen geführt, dann musste sich auch schon von den Ausgesperrten verabschiedet werden, ehe es dann per U-Bahn Richtung Stadion ging. Auf dem Weg Richtung Messe den Sonderzug-Haufen getroffen und gemeinsam wurden die letzten Meter per Marsch zurückgelegt.
Zu Spielbeginn zeigte Ultras Nürnberg über ihren Block 911 eine Farbmuster-Choreografie unter dem Motto ‚Kämpfen, Feiern, Singen, Siegen‚. Das Farbmuster wurde dann auf ein, zum jeweiligen Wort passendes, Motiv gewendet, was in 2 Bereichen eher schleppend bis schlecht funktionierte. Überraschend, da UN in Sachen Choreos – vor allem in dieser Größenordnung – doch sonst meist solide Arbeit abliefert, das darf und muss ihnen bei aller Abneigung zugestanden werden. Akkustisch fällt es mir persönlich schwer, den Auftritt der Nordkurve einzuordnen. Mit dem Wissen, dass im Frankenstadion wohl schon ein Wahnsinns-Auftritt her muss, damit dieser aufgrund der schlechten Akkustik auch so beim Gegner ankommt, würde ich aufgrund der über 90 Minuten sehr hohen Mitmachquote und den ersten 5 Minuten, in denen die Nürnberger_innen auch wirklich ein, zwei mal deutlich zu vernehmen waren, von einer soliden, guten Leistung sprechenn. Nicht wirklich Bäume ausgerissen, aber ebenso wenig enttäuscht.

Der Gästeblock legte ebenfalls ganz gut los, hatte jedoch nach dem Gegentreffer eine eher schwächere Phase, ehe sich dann wieder auf einem sehr passablen Niveau eingependelt wurde. Machte einfach mal wieder Spaß, melodische Lieder zu singen, auch wenn der Spielstand vielleicht nicht unbedingt erfreulich ist bzw. war. Außerdem wurde in der Halbzeit ein Spruchband gezeigt, welches auf die momentane Häufigkeit repressiver Maßnahmen anspielte, mit denen unsere Freund_innen zu kämpfen haben. Zwar dauert es gefühlt länger, bis Stadionverbote ausgesprochen werden, dann sind die Betroffenen aber häufig schon im gleichen Atemzug mit Betretungs-, Stadtverboten, etc. konfrontiert, was der Absicht der Bullen entspringt, mutmaßliche Rädelsführer_innen an den Spieltagen zu isolieren. Ob Staat und Polizei jemals einsehen werden, dass sich Ultras dadurch nicht kleinkriegen lassen, steht genauso in den Sternen, wie ob der ziegenbärtige Adressat des Spruchbands sich sofort angesprochen fühlte. MÄÄÄÄH!
Auch die BDA auf der Gegenseite zeigte ein Spruchband. ‚Von HRO bis NBG – Schauprozesse beenden!‘ hieß es darauf, damit wurde Bezug auf den Fall des lange in U-Haft sitzenden und nun verurteilten Hansa-Fans Schubi genommen. Recht haben’s, auch sonst gab die BDA optisch ein durchaus schickes Bild ab. Farbmuster-Fahnen, gepaart mit einigen schlichten, größeren Schwenkern und Doppelhaltern.
Nach dem Spiel blieb alles ruhig, per Sonder-U-Bahn ging es zurück nach Fürth, wo die Busse plus natürlich noch wichtiger die zahlreichen Diffidati warteten.

Abschließend natürlich wie immer der Dank an Ultrà Sankt Pauli! Wir wurden wieder mehr als herzlich empfangen und werden dies auch beim kommenden Spiel gegen KLetus werden.
DIFFIDATI NON MOLLARE MAI – USP + SM!

Direkt im Anschluss an unser Heimspiel gegen den Absteiger aus Hannover inklusive Meisterfeier mit Wanderung über Münchner Grünfläche machten sich mehrere Neunerbesatzungen auf den Weg ins braun-weiße Hamburg. Einige Leute schauten noch auf der Südkurvenparty im Backstage vorbei und düsten in der Nacht oder am frühen Sonntagmorgen mit der Eisenbahn hinterher. Insgesamt waren es 41 FC Bayern Ultras, die unseren Freunden einen Besuch abstatteten. In Hamburg angekommen schauten die Neunerbesatzungen noch auf ein paar Getränke in den Räumen von USP vorbei, bevor wir uns auf die Nachtquartiere bei unseren Gastgebern aufteilten.
Am nächsten Morgen fanden wir uns im Viertel in einer altbekannten und geschätzten Lokalität ein, wo wir zu einem leckeren Frühstück eingeladen waren. An di

esem Sonntag feierte der FC St. Pauli nicht nur seinen 106. Geburtstag, es stand auch der letzte Spieltag der Zweiten Liga an. Zu Gast die Kartoffelanbauexperten mit der Sage nach mitunter etwas dubiosen Stammbaumverzweigungen aus Kaiserslautern.
Vor der Saison hatten nicht wenige die Befürchtung, dass der FCK womöglich ausgerechnet am heimischen Millerntor den Aufstieg feiern könnte. Und wenn es etwas gibt, was kein vernunftbegabter Mensch sehen möchte, dann ist das in Massen auftretende Pfälzer Lebensfreude. Wie wir wissen, haben die Betzebuben den Aufstieg schon vor geraumer Zeit grandios verkackt und spätestens nach dem Spiel war auch das mit der Pfälzer Lebensfreude gegessen. Aber der Reihe nach.
Auf dem Platz wurden vor dem Spiel im strömenden Regen erstmal die Spieler, die den Verein verlassen, verabschiedet. Und auch auf den Rängen war schon einiges los. Zum Einlaufen der Mannschaften gab es dann eine Choreo von USP, Nordsupport und Supportblock Gegengerade. Das Besondere war, dass man nur zusammen die braunen und weißen Zettel organisierte, aber keiner wusste, welches Bild die jeweils anderen damit auf die Ränge zaubern würden. Im wahrsten Sinne des Wortes eine Geburtstagsüberraschung und eine richtig coole Idee. In der Südkurve gab es zusätzlich zu den Zetteln auch noch vier 10 Meter hohe Konstruktionen aus Holzlatten. In diese Konstruktionen waren Schnüre gespannt, an denen weiße und braune Luftballons befestigt waren. Das Gesamtbild dieser Konstruktionen ergab dann das Gründungsjahr 1910 des FC St. Pauli. Es wäre durchaus interessant zu sehen, wie die Bullen und die Behörden bei uns in München am Rad drehen würden, würden wir auf die Idee kommen, für eine Choreo 10 Meter lange verschraubte Holzlatten verwenden zu wollen.

Auf dem Platz erwischten die Lauterer den besseren Start, bereits nach 4 Minuten fiel das 0:1. Aber die Braun-Weißen ließen sich nicht beeindrucken und machten quasi direkt im Anschluss das 1:1. Dann nahmen die Hausherren das Heft in die Hand. In der 22. Minute machte Thy das 2:1 für St. Pauli. Das war dann auch der Halbzeitstand, obwohl die Braun-Weißen noch mindestens drei hochkarätige Chancen hatten. Kurz nach dem Seitenwechsel knallte Miyaichi den Ball zuerst an den Querbalken, ein paar Minuten später dann zum 3:1 ins Netz. Zwischen der 72. und der 79. Minute fielen dann nochmal drei Tore zum Endstand von 5:2.
Trotz Dauerregen vor allem in der ersten Halbzeit, war der Tifo durchgehend ausgelassen und auf einem guten Niveau. Klar, das Spiel war da sicher auch förderlich und es ging ja auch um nichts mehr, aber das hat schon richtig getaugt. Ein paar Meter links von uns standen einige Gäste aus Ternana. Geschätzt Anfang bis Mitte 50 aber volles Rohr am singen, hüpfen, durchdrehen und pogen. Und in den Gesichtern die pure Freude am Tifo. Das war Ultrà. Da könnten sich einige junge Hüpfer bei uns, die nicht mal halb so alt sind, aber oft steif wie ein Brett in der Kurve stehen und die Lieder trällern, eine fette Scheibe von abschneiden.

Nach dem Spiel ging es dann zusammen raus und wieder ins Viertel, wo man sich noch schnell etwas zu essen und zu trinken organisierte. Dann stand der Programmpunkt an, auf den wir uns schon lange gefreut hatten: im großen Marsch ging es in den Hafen hinunter, wo zum Saisonabschluss eine Schifffahrt auf der Elbe geplant war. Und obwohl diese Fahrt etwa fünf Stunden dauerte, war sie doch viel zu schnell wieder vorbei. Auf jeden Fall eine richtig geile Idee. Bei Musik, Gesprächen und flüssigen sowie rauchbaren Genussmitteln wurde in entspannter und ausgelassener Atmosphäre der Saisonabschluss gefeiert. Für uns Münchner war dieser Ausflug noch aus einem anderen Grund interessant. Denn die wenigsten von uns dürften die Stadt unserer Freunde davor schon von der Wasserseite aus kennen gelernt haben. Wieder im Hafen angekommen, ging es mit Gesängen und Pyro wieder ins Viertel, wo man den Abend in diversen Lokalitäten und später in den Nachtquartieren ausklingen ließ.
Glücklicherweise war der Montag ja Feiertag. So konnten wir uns ganz entspannt am frühen Montag Vormittag in unsere Neuner setzen und die Heimreise in den Süden antreten. Und schon nächste Woche geht es wieder in die umgekehrte Richtung, wenn eine ordentliche Anzahl FC Bayern Ultras beim Antira in Hamburg aufschlagen wird.
Bleibt uns nur noch, uns für die wieder mal überragende Gastfreundschaft zu bedanken. Diese 1 ½ Tage in Hamburg haben wohl jedem richtig getaugt, der dabei war. Es ist immer wieder schön, bei Euch zu sein.
Bilder vom Spiel und der Schifffahrt findet Ihr wie immer unter www.usp.stpaulifans.de
Ultrà Sankt Pauli und Schickeria – together forever, forever ultras!