SKB Stuttgart 10.09.2022

Servus Bayernfans,

Wir rauschen schon wieder nur so durch die Saison. Drei Auswärtsspiele innerhalb von sieben Tagen stecken uns in den Knochen, aber die Müdigkeitserscheinungen müssen mindestens bis morgen warten.

Gegen Gladbach haben wir mal gezeigt, was alles  in so einer 50 Jahre alten Kurve steckt und haben akustisch und optisch gewaltig einen abgerissen. Eigenlob stinkt bekanntlich, aber ich kenne niemanden, der an diesem Samstag ohne fettes Grinsen aus dem Stadion ist. Eine richtig geile Fussballatmosphäre und hätte der de Ligt das Ding am Ende noch reingemacht, wäre wahrscheinlich das Dach weggeflogen.
Am besten machen wir gegen Stuttgart heute einfach so weiter und stoßen im Anschluss auf der Feier einmal alle gemeinsam auf 50 Jahre Südkurve an. Karten für die Feier gibt es noch im Stadion und an der Abendkasse, falls ihr es bisher versäumt habt Euch zu versorgen. 

Viel Spaß beim Spiel! Viel Spaß auf der Party! 

Auf die Bayern – Auf uns.

Worte der Vorsänger

Servus Südkurve,

so schnell geht‘s: Ganze sieben Spiele haben wir in der neuen Saison nun schon wieder hinter uns.

Und was war das für ein geiler Start! Wir als SÜDKURVE MÜNCHEN sind direkt mal mit Vollgas aus der Sommerpause gekommen und haben in den ersten Spielen ein Ausrufezeichen nach dem anderen gesetzt.

Auswärts waren wir bislang jedes Mal mit einem großen Haufen vertreten und haben ordentlich was aus den Gästeblöcken rausgeholt. Ein starker Auftritt unter Flutlicht und Pyroschein im Waldstadion, spaßige Auftritte zu eher unspaßigen Anstoßzeiten in Bochum und Köln sowie einem richtig feinen Fußballnachmittag bei Union Berlin. Im Europapokal konnten wir über 10 Jahre nach unserem letzten Besuch im altehrwürdigen San Siro ebenfalls eine gute Visitenkarte hinterlassen und so auch international einen starken Auftakt verzeichnen.

Nun könnten böse Zungen behaupten, dass wir seit jeher lediglich auswärts unsere Sahneauftritte als Kurve hatten und unsere Achillesferse zuhause zu verorten ist.

Im großen Unterschied zu vorherigen Jahren konnten wir jedoch die akustische Schwungmasse auch bei Heimspielen gut mitnehmen.

Für das erste Heimspiel (an einem Sonntag um 17:30 Uhr gegen Wolfsburg) standen die Vorzeichen nicht wirklich optimal. Umso erfreulicher, dass wir von den Podesten aus einen euphorischen Haufen vor uns erleben konnten, der sich immer wieder in die Lieder reinsteigern und mit diversen Hüpfeinlagen, Pogos und Blockteilungen zeigen konnte, dass auch ein dröges 2:0 richtig Spaß machen kann, wenn sich darauf eingelassen wird.

Das vorläufige Highlight dieser Hinrunde war ohne jeden Zweifel das darauffolgende Heimspiel gegen Gladbach. Eine herrliche Choreo zum 50. Jubiläum unserer Südkurve, eine fette Pyroshow und was da obendrein auf den Rängen los war: Teils völlige Extase, da ist vom Motor der Kurve wahrlich der Funke auf das Stadion übergesprungen! Und das bei einem sportlich nicht übermäßig relevanten Spiel zu Saisonbeginn und während eines Rückstands. Ein wahrer Meilenstein für unsere Kurve. Spätestens zum Ausgleich brachen alle Dämme und wäre der Siegtreffer gelungen, wir hätten das Dach demontiert.

Ungewöhnliche Worte von uns, geizen wir ja normalerweise auch nicht mit Kritik und granteln gerne mal ob unserer Leistung. An dieser Stelle jedoch mal ein ganz großes Lob an Jung und Alt – und wehe eine*r ruht sich darauf aus. 😉

All das zeigt, welch Potential wir haben und was wir als Südkurve reißen können, wenn jede und jeder mitzieht und seinen bzw. ihren Teil beiträgt.

Unser Auftritt am Spieltag hängt maßgeblich davon ab, was wir daraus machen und uns in unseren Köpfen festsetzen. Wenn wir unter der Woche zum Pokalauswärtsspiel fahren, kann es ein großartiger Tag werden, wenn wir es wollen. Und wenn wir in Fröttmaning auf manche Gegebenheit scheißen, reißen wir auch da die Bude ab. Wenn wir wollen, dass es gut wird, dann wird es auch gut. Und wenn wir Spaß haben wollen, dann haben wir auch Spaß!

Denkt nicht zu sehr über die Umstände nach, lasst euch tragen und vergesst einfach mal alles um euch herum. Dann kann es nur gut werden.

Wir sind die Südkurve des FC Bayern München!

Prägt euch diese Worte und vor allem das Gefühl der ersten Spiele in eure Köpfe und Herzen ein. Dann wird diese Saison unsere Saison!

Die nächsten Spiele bieten alle für sich diverse Highlights, der Rahmen ist gesetzt. An uns liegt es nun, ein denkwürdiges Bild der Kurve zu zeichnen.

Wir sind heiß darauf und stehen in den Startlöchern.

Wie sieht es bei euch aus?

Eure Vorsänger

Robl, Pompo, Lennart, Vinz, Hias

Kamera aus!

Fast schon haben wir uns daran gewöhnt, wenn die Herrschaften von der Polizei bei jeder Gelegenheit rund um Fußballspiele mit unzähligen Kameras auf uns Fans draufhalten. Staatliche Totalkontrolle, der kein Gesicht und keine Handlung entgehen darf. Auch wenn es durchaus nervig ist, bleiben die Handlungsspielräume hier beschränkt. Gegen einen fast ebenso gefährlichen und eigentlich noch nervigeren Trend können wir aber durchaus was machen: auch aus den Reihen der Fans wird inzwischen während des Spiels mit unzähligen Kameras und Handys auf die Fanblöcke gehalten. Nicht so schlimm, werdet ihr vielleicht denken, denn schließlich sind diese Bilder nicht dafür bestimmt, die Fanblöcke auszuspionieren, sondern sollen die Ereignisse im Fanblock festhalten. Schließlich kann man damit nach dem Spiel den Kumpels in der Disco zeigen, wie „ultra“ man am Samstagnachmittag mal wieder war. Dürfte ja eigentlich niemanden stören.

Dieser Trend, der mit den Smartphones seinen Durchbruch fand, birgt aber einige Gefahren, die absolut unnötig sind. Erstens bleiben die Bilder oder Videos, die meist auch noch als Nahaufnahmen die Gesichter der Leute im Fanblock zeigen, nicht im „kleinen Kreis“ der Freund*innen. In der „schönen neuen Welt“ des Internets muss jeder Hirsel seine Fotos und neuerdings auch Filme im Web platzieren und dort sind sie nicht nur den Herrschaften von der Polizei zugänglich, sondern auch Fans anderer Vereine. Handys und Kameras werden übrigens auch gerne mal bei Kontrollen durchgeschaut.

Noch gewichtiger sollte aber sein, dass derjenige, der mit seiner Kamera „die Stimmung in der Kurve einfangen will“, sich der Natur der Sache nach nicht an selbiger beteiligen kann. Wenn, was schon vorgekommen sein soll, die Hälfte des Blocks die Stimmung festhalten will, tut sich der Rest natürlich deutlich schwerer, selbige alleine zu fabrizieren. Ganz davon abgesehen, dass er sich auch ziemlich dämlich vorkommt, den Clown für die Hobbyfilmemacher zu spielen. Paradebeispiele hierfür konnte man allein diese Saison schon mehrmals beobachten. Besonders negativ herausgestochen sind hier das Einsingen vor unserer Kurve vor dem Wolfsburg Spiel, sowie das Auswärtsspiel bei Union. Wenn einem aus zwei Metern Entfernung mitten ins Gesicht gefilmt wird, fällt es doch erheblich schwerer völlig am Rad zu drehen, ganz zu schweigen davon, dass man sich mitunter fühlt wie ein Tier im Zoo, wenn man durchgehend fotografiert oder gefilmt wird.

Was können wir also tun?

Natürlich sollte sich jede*r, der/die sich von diesen Zeilen angesprochen fühlt, einfach mal die Kamera in der Tasche lassen. Ich will hier niemandem zu nahe treten. Natürlich kann man den meisten Leuten unterstellen, dass sie sich der Probleme nicht bewusst waren und sich nichts Böses dabei gedacht haben. Wenn ich Euch zum Nachdenken angeregt habe, habe ich schon erreicht, was ich wollte.

Wer keinen Bock hat, dass sein Gesicht irgendwo in den Weiten des Internets auftaucht, sollte einfach mal den nächsten „Kameramann“ höflich aber bestimmt darauf hinweisen und ihn bitten, doch mitzusingen, statt die Stimmung der anderen zu konsumieren.

Fotos werdet ihr trotzdem noch finden, nämlich auf den Seiten der Südkurve. Die Bilder dort sind zudem noch von deutlich besserer Qualität als verwackelte Handyfotos. Eine Fankurve braucht keine 100 Fotografen sondern nur eine Hand voll. Vielmehr brauchen wir noch mehr Leute, die sich an der Stimmung beteiligen.

VfL Bochum – FC Bayern 0:7

Ein Auswärtsspiel im Ruhrstadion gegen den VfL Bochum, davor einige gemeinsame Stunden mit unseren Freundinnen und Freunden verbringen…eigentlich optimale Voraussetzungen für einen geilen Fußballtag. Wäre da nicht die extrem beschissene Terminierung am Sonntagabend um 17:30 Uhr.

Nichtsdestotrotz machten sich bereits am Freitag einige Bayernfans auf den Weg in Richtung Ruhrpott. Am Spieltag selbst wurde sich gegen Mittag in der Bochumer Innenstadt bei Speis und Trank auf das bevorstehende Spiel eingestimmt. Das hat ja seit Jahren alles eine riesige Vertrautheit. Man kennt sich, man schätzt sich. Wandert mit einem kühlen Fiege von diesem Büdchen zu jener Currywurst-Bude, ratscht da ein bisschen, schüttelt dort ein paar Hände und wenn es langsam so richtig lustig wird, ruft schon jemand zum Abmarsch.

Vor dem Rathaus sammelte sich dann erstmals an diesem Tag die ganze Mischpoke und schickte ein paar Grüße an einen guten Freund und langjährigen Stützpfeiler unserer Freundschaft, der grade eine unangenehme Zeit durchmacht. Im Anschluss marschierten wir in einem gemeinsamen Corteo durch die Stadt und die Castroper Straße entlang. Auch hier wieder alles beim Alten, in der Unterführung wird nochmal Volume gegeben, ein paar Fackeln, alles auf entspannt. Und dann steht man vor der Perle des Ruhrgebiets. Immer wieder ein geiles Gefühl, dieses Stadion zu sehen. Auf Grund der Lage und des Flairs sicherlich einer der geilsten Grounds in Deutschland.

Zum Intro gratulierte uns Ultras Bochum mit einer optischen Aktion zum 20jährigen Gruppenjubiläum. In der Ostkurve wurde dazu eine Blockfahne mit dem Schickeria Kindl hochgezogen und auf Mehrfachhaltern war „20 Jahre“ zu sehen. Zudem hing am Zaun die bekannte ULTRAS Fahne mit Alex und Principe als Logos beider Gruppen. Die Überraschung ist geglückt, ein Dank geht raus an unsere Freundinnen und Freunde.

Auf unserer Seite gab es dagegen das Spruchband RISE UP FOR ROJAVA. Rojava wird vielleicht nicht jedem Leser und jeder Leserin ein Begriff sein. Grob gesagt ist es eine Region (im Nordosten Syriens), aber auch ein politisches Projekt. Wer sich für Details interessiert, kann die nachlesen. Kurz gesagt, versuchen die Leute dort ein solidarisches, gleichberechtigtes Miteinander zu leben. Vielleicht kann man es ein wenig mit einem Rätesystem vergleichen, das dürfte vielen bei der Vergangenheit unserer Stadt ja ein Begriff sein. Die Menschen haben Strukturen geschaffen, die staatliche Strukturen ersetzen, sie versuchen eine Rechtsstaatlichkeit dort zu etablieren, wo es Jahrhunderte keine gab, und sie sind bereit, das Erkämpfte auch zu verteidigen. Eventuell klingelt es, wenn ihr den Namen Kobane hört. Diese Stadt liegt in Rojava und ist wohl das bekannteste Symbol für den Kampf der kurdischen YGP (Volksverteidigungseinheiten) und YPJ (Frauenbataillone der Volksverteidigungseinheiten) gegen den Islamischen Staat, der nach monatelanger Belagerung aus der Stadt vertrieben und im Anschluss in Koalition mit anderen demokratischen Kräften in der Region immer weiter zurückgedrängt wurde. Wurden die Kurden und Kurdinnen damals noch für heldenhaften Einsatz gegen die islamistischen Mörderbanden gefeiert, wendete die Welt nur kurze Zeit später ihren Blick ab, als wieder Bomben auf Rojava fielen. Diesmal die Bomben des NATO-Bündnispartners Türkei, der kein quasi-staatliches kurdisch-geprägtes Projekt an seiner Grenze dulden will und deshalb Krieg gegen die Menschen in dieser Region führt. Dieser hatte sich in den letzten Wochen wieder intensiviert. Wir sind in der Vergangenheit immer wieder mit der Repression und kriegerischen Aggression der türkischen Regierung gegen die kurdische Minderheit im eigenen Land und den benachbarten Gebieten konfrontiert worden. Da war die Geschichte um den Fußballclub Amedspor und da waren persönliche Begegnungen unter anderem auf unserem Kurt Landauer Turnier mit Menschen, die die Region kennen. Und auch wenn ein Spruchband weder vor Artilleriegranaten noch Gewehrkugeln schützt, war es uns wichtig den Menschen dort zumindest ein paar solidarische Grüße zu schicken und gleichzeitig auf eine Kampagne zu verweisen, die sich die Unterstützung von Rojava auf die Fahne geschrieben hat.

Zudem gab es zur zweiten Halbzeit ein gemeinsames Spruchband mit Ultras Bochum, um einem Freund Grüße auszurichten, der auf Grund einer Haftstrafe nicht bei uns sein kann. So war in der Ostkurve GUTE FREUNDE KANN NIEMAND TRENNEN auf roter Folie zu sehen. Der Gästeblock ergänzte das bekannte Motto mit GUTE FREUNDE SIND NIE ALLEIN auf blauer Folie. Der Gruß ist angekommen. Halte durch Maxdome!

Auf dem Rasen merkte man recht schnell, dass der FC Bayern es heute bitter ernst meinte. In einer fulminanten ersten Halbzeit stand es bereits zur Pause 0:4. Auch in der zweiten Halbzeit machte man da weiter wo man vorher aufgehört hatte. Der VfL Bochum hatte dem nichts entgegen zu setzen, auch wenn die Gastgeber vor allem zum Ende der Partie selbst zu zwei, drei guten Gelegenheiten kamen. Am Ende stand ein 0:7 zu Buche. Der Saisonstart ist somit geglückt und ein neuer Startrekord wurde aufgestellt. Man darf gespannt sein, was diese Saison noch möglich ist. Man hat das Gefühl, dass es innerhalb der Mannschaft stimmt und die Neuzugänge sich gut integriert haben. 

Im Gästeblock legten die anwesenden Bayern Fans am heutigen Tag einen starken Auftritt hin. Neben melodischen Liedern zündeten vor allem die Gassenhauer, so dass teilweise der komplette Gästeblock mit einstieg und eine gute Lautstärke erreichte. Grundsätzlich ist der Gästeblock in Bochum in meinen Augen einer der besten in der 1. Liga. Klar kann es da auch mal sehr schnell sehr eng werden. Bedingt durch das Dach und den angrenzenden Sitzer, kann man hier aber schon mal einen abreißen. Beim Einklatschen konnte man eine nahezu hundertprozentige Mitmachquote verzeichnen. Das Highlight war sicherlich unsere Version auf „Kiss him goodbye“. Hier pushten sich u.a. Steh- und Sitzplatz gegenseitig hoch. Das hat richtig Bock gemacht! Die Entscheidung von Red Fanatic und Alarmstufe Rot in den benachbarten Sitzplatzbereich zu gehen, stellte sich im Nachgang als richtig und stimmungsfördernd heraus. So hatte man im engen Stehplatzbereich doch etwas mehr Platz als sonst. In der Heimkurve konnte man rund um Ultras Bochum durchgehend Bewegung und Aktivität ausmachen. Akustisch kam aber leider nicht viel an. Allerdings auch völlig verständlich, dass es schwer ist, bei einem solch deutlichen Rückstand weitere Bereiche des Stadions mitzunehmen.

Nach Spielende wurde zügig zusammengepackt und sich von unseren Freundinnen und Freunden verabschiedet. Gerne hätte man noch das ein oder andere Kaltgetränk vernichtet, jedoch rief der scheiß Montag und nach Hause musste man ja auch noch irgendwie kommen.

Zum Schluss bleibt nur ein fettes Danke an unsere Freundinnen und Freunde, für die gemeinsamen Stunden. Wir freuen uns jetzt schon, euch beim Rückspiel begrüßen zu können!

BAYERN und der VfL!

Die Βilder vom Spiel in Bochum findet ihr hier

FC Bayern – Mönchengladbach 1:1

Es gibt ja so Heimspieltage, von denen lesen sich die Spieltagsberichte irgendwie ähnlich. Nicht falsch verstehen, aber der Bundesligaalltag als Bayernfan kann manchmal doch recht eintönig sein. Der Spielverlauf ist vorhersehbar, die Gegner in der Liga werden langweiliger und die „Fähns“ außerhalb vom Stimmungskern könnten auch mal mehr Gas geben. Umso geiler, sagen zu können, dass das heute ganz großes Kino von allen Beteiligten werden sollte. Lediglich das Ergebnis hatte am Ende einen kleinen Schönheitsfehler.

4. Spieltag der Bundesligasaison 2022/2023 und mit der Borussia aus Gladbach kam nicht nur der aktuelle Tabellenzweite nach München, sondern auch eine der, sagen wir mal, eher unsympathischeren Fanszenen der Republik. Noch dazu hat Gladbach uns in letzter Zeit auch mal denkwürdige Niederlagen reingedrückt. 

Der perfekte Rahmen, um an diesem Spieltag im Stadion 50 Jahre Südkurve München zu zelebrieren, die mit dem Umzug unseres glorreichen FCB im Jahr 1972 in das Olympiastadion ihren Anfang nahm.

Für den Spieltag wurden für die Kurve passende weiße Mottoshirts mit e.V.-Vereinslogo ausgegeben und (mit wenigen Ausnahmen) hat auch die ganze Kurve mitgezogen. Über 90 Minuten ein sehr geiles und stimmiges Bild!

Wochenlang haben im Vorfeld Teile der Ultraszene und des Club Nr. 12 an der Choreo zu diesem Anlass gebastelt und das Ergebnis kann sich definitiv sehen lassen. Zum Einlaufen gab es eine große Blockfahne im Oberrang mit unserem geliebten Olympiastadion und dem Motto des Tages „50 Jahre Südkurve“. Im Unterrang wurde das Bild über rote, weiße und bordeauxrote Fahnen abgerundet. Das dazugehörige Spruchband „Triumphe und Siege, Hürden und Verlust – Die Kurve geht weiter mit breiter Brust“ fasst den Werdegang unserer Kurve gut zusammen. Siege, Triumphe und magische Europapokalnächte gehören genauso zu unserer Geschichte, wie der Verlust der Südkurvenfahne oder das verlorene „Finale Dahoam“. Weiter, immer weiter! Auf die nächsten 50 Jahre mit euch!

Unsere Mannschaft wollte ihr Bestes tun uns anlässlich des Südkurvenjubiläums einen Sieg zu schenken und kam mit spektakulärem Offensivfußball aus der Kabine. Allerdings immer wieder das gleiche Bild: Unsere Elf am Drücker, am Gladbacher Torwart Yann Sommer kommt aber auf Biegen und Brechen keiner vorbei. Dann schafft es Sadio Mané gleich zweimal den Ball im Tor zu versenken, beide Tore werden aber abseitsbedingt aberkannt. Unser Pechvogel hat es aber mit Humor genommen. Kurz vor der Halbzeit dann der Schock: Gladbach geht aus dem Nichts in Führung! Bei 11:1 Torschüssen. Fußballgott, was stimmt nicht mit dir?

Die Kurve ließ sich aber nicht entmutigen und hatte anlässlich des besonderen Tages ein weiteres Highlight geplant. Mit Beginn der zweiten Hälfte wurden über die gesamte Kurve verteilt Bengalen und Blinker gezündet. Pyro bei einem Heimspiel in Fröttmaning. Dass die Älteren von uns das noch erleben dürfen… Und sogar die durchschnittlichen Stadiongänger*innen, unser Stadionsprecher und die Medien haben sehr wohlwollend reagiert.

Angespornt von dem Intro zur zweiten Hälfte, machte unsere Mannschaft genau dort weiter, wo sie in Halbzeit Eins aufgehört hatten. Das Spiel kennt nur eine Richtung, nämlich auf das Tor der Gladdis. Allerdings hat auch Yann Sommer weiterhin einen unfassbaren Tag und fischt jeden noch so gut platzierten Schuss raus. Gladbach wird förmlich an die Wand gespielt, aber führt weiterhin. Alles wie verhext!

Und was dann geschah, beschert einem jetzt sogar beim Schreiben noch eine Gänsehaut. Es war einer dieser seltenen Momente bei Bundesligaspielen, in denen man förmlich spüren kann, wie wichtig es ist, mit dem Support die Mannschaft nach vorne zu treiben. Dieses Gefühl, über den eigenen Tifo wirklich einen Unterschied machen zu können im Spielverlauf. Und große Teile des Stadions empfanden es genauso und stimmten in den Support mit ein. Bayernfans auf den Sitzplätzen waren auf einmal so motiviert, wie man es im Fröttmaninger Stadion sonst nur bei wichtigen Europapokalspielen in der KO-Phase mal erleben kann. Für einige ältere Kurvengänger*innen war die Stimmung in der zweiten Hälfte die beste bei einem Bundesligaheimspiel seit dem Umzug ins neue Stadion. Guter Job, Leute. Auf diesen Auftritt können wir wirklich stolz sein. Um es mit den Worten eines unserer Vorsänger zu formulieren: „Eine gute Kurve erkennt man an ihren Auftritten bei Heimspielen!“.

Und das alles, während unsere Mannschaft weiter ansehnlich nach vorne spielte und ein ums andere Mal am Gladbacher Hintermann scheiterte. Dann, in der 83. Minute endlich die Erlösung durch Leroy Sané, der sich für ein bärenstarkes Spiel belohnte. Der anschließende Torjubel war einer der intensivsten und emotionalsten bei einem Heimspiel seit langer Zeit. Leider konnte unsere Mannschaft danach nicht mehr in Führung gehen und das Spiel endete 1:1, bei 33:5(!) Torschüssen. Es sollte einfach nicht sein. Mit 19 Paraden in einem Spiel stellte der Gladbacher Torwart somit auch einen neuen Allzeit Bundesligarekord auf.

Die “Gäste” aus Gladbach konnten eher weniger überzeugen. Zwar konnte man sie 2-3 Mal vernehmen. Allerdings beschränkte sich das, ganz Gladbach-typisch, vorrangig auf Gepöbel. Da hat die Nordkurve Mönchengladbach schon deutlich bessere Auftritte gehabt in München.

Alles in allem aber ein wahnsinnig starker Auftritt von uns als Kurve und dem Anlass mehr als würdig. Toller Offensivfußball von unserem FCB. Das Ergebnis trotzdem mit klarem Schönheitsfehler.

Die Bilder vom „Jubiläumsspiel“ gibt es hier

Viktoria Köln – FC Bayern 0:5

„Erste Runde DFB-Pokal, der scharfe Start in die neue Spielzeit. Und wir erwischten gleich ein gutes Los, Gegner mit Fanszene, der in seinem eigenen Stadion spielt“ – so begann der letzte Spielbericht nach einem DFB-Pokal-Erstrundenspiel. Drei Jahre später waren die Vorzeichen andere: der scharfe Start lag bereits 26 Tage zurück und über die Qualität des Loses lässt sich streiten. Dass der Verein aus Köln-Höhenberg sicherlich nicht für seine Fanszene berüchtigt ist und der Umzug ins Müngersdorfer Stadion jetzt nicht unbedingt bei allen für Freudensprünge sorgte, wenn man betrachtet, was sonst alles im Topf gewesen wäre, kann man aber durchaus festhalten. Was sich im Gegensatz zum letzten besuchten Erstrundenspiel nicht änderte, war die fanunfreundliche Anstoßzeit, die besonders im diesjährigen Terminkalender besonders weh tut und den Urlaubskalender zusätzlich strapazierte. Aber es hilft ja nichts und so ging es mit mehreren Bussen Richtung Köln.

Die Busfahrt ging auch schneller als gedacht vorbei und sorgte für gut gelaunte Gesichter, angesichts eines, bis zu diesem Zeitpunkt guten zeitlichen Puffers. (Fast) In Köln angekommen, begrüßte uns der geliebte nordrhein-westfälische Feierabendverkehr, der schnell für einen Stimmungsumschwung sorgte, da wir deshalb erst circa 10 Minuten vor Anpfiff die Stufen der Kölner Südkurve, die heute unser Gästeblock sein sollte, betraten. Der zeitliche Puffer dahin, waren diese bereits gut gefüllt, sodass es doch recht eng im unteren Bereich der Kurve wurde und sich das breite Aufstellen dort schwierig gestaltete.

Pünktlich zum Einlauf der Mannschaften konnten wir uns erstmals optisch und akustisch bemerkbar machen. Dabei war die erste Halbzeit, bis auf wenige Ausnahmen, doch eher träge. Eine große Masse an herumstehenden Bayern-Fans konnte man in der ersten Hälfte nur selten mitnehmen und das Geschehen auf der Tribüne beschränkte sich größtenteils auf die aktive Fanszene. Viele andere herumstehende Personen waren dann doch eher mit dem foto- oder videografischen Befüllen ihrer Profile in den Sozialen Medien beschäftigt. Zugegebenermaßen ist das keine Seltenheit bei unseren Spielen, war die Fülle an Handys und das Ignorieren der Aufforderungen, das Filmen oder Fotografieren sein zu lassen, doch heute extrem.

Fußballerisch dauerte es eine Viertelstunde, ehe unsere Mannschaft ins Spiel fand, sich erste Chancen heraus arbeitete, zwischendurch sogar einen Abseitstreffer hinnehmen musste und schließlich in der 35. Minute die überfällige Führung erzielte. Etwas gelöst, sicherlich auch dem zweiten Treffer vor der Pause und dem dritten kurz danach geschuldet, begann die zweite Halbzeit auf den Rängen ein bisschen besser und so konnten nun doch mehr Bayern-Fans mitgenommen werden. Besonders spaßig blieb hierbei das Lied „Wie eine Droge“ in Erinnerung, das in mehreren Variationen besungen wurde und sich, über die letzten Wochen hinweg, zu etablieren scheint. Insgesamt gelangen aber auch im zweiten Spielabschnitt wenige stimmungstechnische Ausreißer nach oben. Die Tore vier und fünf sorgten letztendlich für den standesgemäßen Spielstand auf der Anzeigetafel. 

Die einleitenden Worte zur heimischen Fanszene haben sich über 90 Minuten bestätigt und so konnte bis auf wenige Fahnen im eigentlichen Gästeblock des Stadions nichts wahrgenommen werden. Das Ticket für die nächste Runde gelöst, wurden die Sachen gepackt und es ging geschlossen zurück zu den Bussen, deren Aufgabe nun in einer möglichst zeitnahen Rückankunft bestand. Denn das nächste Spiel und die nächsten englischen Wochen lassen nicht lange auf sich warten. Abschließend noch ein fettes Dankeschön an unsere Freund*innen aus Bochum und Hamburg, die uns auch bei diesem – unter dem Strich – unspektakulären Spiel besuchten. 

Die Bilder von der ersten Pokalrunde

Union Berlin – FC Bayern 1:1

Auswärtsspiel bei Union Berlin – Alte Försterei, das klingt nach Fußball wie wir ihn uns vielleicht immer oder zumindest öfter wünschen würden. Das Stadion mit vielen Stehplätzen in schöner Lage, ein Verein, der zumindest von außen betrachtet gute und seriöse Arbeit macht. Ein wenig ist Union die letzten Jahre für mich das Gegenstück zu RB geworden. Auch wenn in Köpenick sicher auch nicht alles Gold ist, was glänzt und manchmal das Image arg vor sich hergetragen wird. Da gab es beispielsweise Aussagen von Union-Präsident Zingler zu veganen Bratwürsten und zum Thema gendern, bei denen der Eindruck entstand, da will jemand um jeden Preis anders sein und so das Kultimage irgendwie aufrechterhalten. Und das muss allen mitgeteilt werden.

Nichtsdestotrotz ist Union eine Bereicherung für die Bundesliga und ich glaub selten haben wir uns auf ein Auswärtsspiel dermaßen gefreut. Denn dafür, dass die Köpenicker bereits das vierte Jahr im Oberhaus sind, hatten wir bezüglich der Ansetzungen bislang Pech. Vor knapp 2,5 Jahren waren die Busse schon geplant, die Karten organisiert, doch drei Tage vor Abfahrt fuhr uns Corona in die Parade und unser Gastspiel fiel ins Wasser bzw. wurde schlussendlich als Geisterspiel ausgetragen. In der Folgesaison war an Zuschauer*innen noch nicht zu denken und im dritten Bundesligajahr fand das Spiel zu einem Zeitpunkt statt, an dem ein Besuch als Gruppe ebenfalls nicht möglich war. Aller guten Dinge sind somit nicht drei, sondern vier. Kaum aus dem Köln-Bus ausgestiegen, standen wir wieder zu Abfahrt bereit: Der Fußball hat uns endgültig wieder. Mittwoch Köln, Samstag Berlin, Mittwoch Mailand – ein Leben im Bus und auf der Autobahn. König Fußball regiert vielleicht nicht die Welt aber zumindest unsere Urlaubsplanung. In Pandemiezeiten bitter vermisst, merk ich doch, dass da erst ein bisschen Eingewöhnung notwendig ist. Aber wir wollen nicht jammern, sondern uns an diesem Privileg erfreuen.

Richtung Berlin rollte somit wieder ein ordentlicher Südkurven-Konvoi. Gab es im Vorfeld Bedenken bezüglich der Kartensituation, gestaltete sich diese schlussendlich entspannt und bei Ankunft in Berlin hatten (fast) alle ihr Ticket bereits in der Hand. Waren wir in Frankfurt und Köln erst auf dem letzten Drücker da, waren wir dieses Mal weit vor Anstoß im Block und konnten uns vernünftig positionieren. Im Vergleich zu allen anderen Stadien fehlten bei Union jegliche Vergleichswerte, so dass die Aufstellung der Kurve im Nachhinein ok war aber die ein oder andere Änderung wäre für den Tifo vermutlich förderlich gewesen. Dieser war insgesamt auf einem guten Niveau, den ganzen Block konnten wir leider nie mitnehmen, was vielleicht auch daran liegt, dass bei Union aufgrund fehlender Sitzplätze sich auch der reine Fußballschauer in den Stehplatzbereich stellen muss.

Paar Hits haben dennoch richtig gut geknallt: „Auf gehts ihr Roten – Stolz unserer Stadt“, Peru oder auch die „Droge“ konnten überzeugen. Vor allem beim letzteren scheint es zu einer Etablierung einer sehr, sehr schönen italienischen Melodie zu kommen, die seit Jahren im Liedbuch der Südkurve steht. Aber vor allem nach den ersten starken 20, 25 Minuten, bei denen über beide Tore hinweg durchgesungen wurde, kam es zu einem merklichen Abfall der Stimmung. Diesen haben wir bei vielen Spielen, wirklich erklären kann aber niemand warum nach 25 Minuten in Halbzeit 1 die Luft oftmals ein bisschen raus ist. In der zweiten Hälfte haben wir die Problematik meiner Meinung nach etwas besser im Griff.

Die Heimseite aus der singenden Masse heraus zu beurteilen, ist natürlich immer schwer. Zu Beginn wurde über die kompletten Stehtraversen eine schlichte Choreo gezeigt. Ansonsten schien der Funke von der Waldseite zunächst selten auf das gesamte Stehplatzpublikum überzuspringen. Im zweiten Durchgang gab es dann die Phasen, in denen alle miteinstiegen und es wurde eine enorme Lautstärke erreicht. Eine ordentliche Einordnung fällt jedoch schwer, da wir auch hier keinen Vergleich haben. Die Atmosphäre im Stadion dürfte aber der sportlichen Bedeutung der Partie gerecht geworden sein. Dass wir bei Union ein Spitzenspiel erleben würden, klingt immer noch überraschend. Aber Union hat sich in den vergangenen Jahren echt etabliert und sich in zwei von drei Bundesligajahren für Europa qualifiziert. Und auch gegen uns zeigten die Köpenicker, dass Spiele in der Alten Försterei für niemanden ein Spaziergang werden dürften. Immerhin fand unsere Mannschaft auf den schnellen Führungstreffer postwendend eine Antwort. Mehr als diesen einen Treffer erzielten beide nicht und somit ging es mit einem leistungsgerechten Unentschieden nach Hause. Auch wir packten zufrieden unsere sieben Sachen und machten uns auf den Heimweg. Das nächste Highlight steht mit unserem Ausflug zum San Siro schon vor der Tür.

Bilder vom Spiel bei Union kann man hier sehen

SC Freiburg – VfL Bochum 1:0

Am Tag vor unserem Heimspiel gegen die Borussia aus Mönchengladbach machten sich 12 FC Bayern Ultras auf die Reise ins Breisgau, denn unsere Freund*innen mussten an einem Freitagabend beim SC Freiburg ran.

Es gibt definitiv dankbarere Anstoßzeiten, daher traf der Bus der Bochumer*innen auch erst recht knapp vor Spielbeginn am Gästeblock des neuen Freiburger Stadions ein. Im Gegensatz zum alten Dreisamstadion zählt dieses allerdings eher zur Kategorie 08/15 Neubau. Zu Spielbeginn wurde gleich mal das neue Lied auf die Melodie von “Beautiful Girl” angestimmt, welches von der breiten Masse gut mitgesungen wurde. Auch die darauffolgenden Lieder wurden in einer guten Lautstärke gesungen. Leider konnte sich der VfL nicht mit einem Tor für die recht gute Leistung belohnen und ging kurz nach der Pause sogar in Rückstand. Trotzdem blieb der Tifo im strömenden Regen der Anfangsminuten der zweiten Halbzeit stark und man unterstützte die Mannschaft weiter.

Diese verpasste es allerdings, den Ausgleich zu erzielen und so bleibt der VfL leider weiterhin ohne Punkt in der laufenden Bundesligasaison. Da kann man nur hoffen, dass dem VfL Bochum noch der Klassenerhalt gelingt nach diesem Fehlstart.

Auch die Heimkurve legte an diesem Abend einen soliden Auftritt hin und war sogar hin und wieder im Gästeblock zu hören.

Nach dem Spiel ging es dann wieder raus auf den Gästeparkplatz, wo man sich noch von den Freund*innen verabschiedete, bevor wir die Heimreise antraten. Einige Bochumer machten sich am Folgetag nach einer kurzen Nacht bereits wieder auf den Weg nach München, um uns bei unserem Spiel gegen die Gladbacher Borussia zu unterstützen.

Danke nochmal an unsere Freund*innen für die großartige Gastfreundschaft und natürlich auch für euren Besuch beim Gladbach-Heimspiel.

Bayern und der VfL!

Termine

Dienstag, 13.09.2022, 21:00 Uhr: FC Bayern – FC Barcelona (Europapokal)
Samstag, 17.09.2022, 15:30 Uhr: FC Augsburg – FC Bayern
Freitag, 30.09.2022, 20:30 Uhr: FC Bayern – Bayer Leverkusen