SKB St. Pauli 29.03.2025

Vorwort
FC Bayern München – VfL Bochum
Bayer Leverkusen – FC Bayern München
1. FC Union Berlin – FC Bayern München
Was hier und da passiert

Vorwort

Servus Bayernfans,

Europapokal hui, Bundesliga pfui – so lässt sich der März bis zum heutigen Tag zusammenfassen. Während im europäischen Wettbewerb gegen Leverkusen die Machtverhältnisse gerade gerückt wurden und deutlich das Viertelfinale erreicht wurde, gab es in der Liga zwei überraschende Ausrutscher. Natürlich, das Spiel gegen Bochum darf nicht überbewertet werden, mit der Aufstellung werden wir nicht mehr oft spielen, dazu die rote Karte. Alles zu verkraften. Und auch bei Union spiegeln die verlorenen Punkte nicht das Spiel wieder. Kein Grund in Panik zu verfallen. Dennoch hoffen wir, dass die Mannschaft die kommenden Bundesligaspiele wieder in die Spur kommt und das Ziel Meisterschaft nicht aus den Augen verliert. Bei aller Europapokal-Euphorie, der Fokus auf die Bundesliga muss weiterhin da sein. Das gilt für Mannschaft und Kurve!

Natürlich, wir merken es selber, die Gedanken sind vor allem beim Europapokal. Beim Aufstehen, bei Gesprächen im Alltag, im Kopf dreht sich fast alles nur noch um den Henkelpott! Der Traum, den Titel in unserem Stadion zu gewinnen, er ist nach dem Weiterkommen wieder ein Stückchen näher gerückt. Jetzt wartet Inter Mailand auf uns, eine unangenehme, aber lösbare Aufgabe. An guten Tagen gibt es vermutlich keine Mannschaft in Europa, gegen die wir nicht gewinnen können. Und natürlich wissen wir alle, dass gerade in den KO-Spielen Tagesform, Glück oder ganz einfach der Schiedsrichter eine große Rolle spielen können. Das haben wir im positiven wie auch negativen oft genug erlebt.

Wie liefen die vergangenen Spiele aus Kurvensicht? Leverkusen zuhause war mit Sicherheit das beste Heimspiel des Jahres, wobei die Erwartungen aufgrund des sehr guten Pokalspiels entsprechend hoch waren. Da konnten wir trotz genialer Pyroshow nicht ganz dran anknüpfen. Wobei die Kurve an dem Abend nicht das Problem war, viel mehr ist das restliche Publikum nicht so miteingestiegen ist, wie es angesichts der Wichtigkeit der Partie zu erwarten gewesen wäre. Vielleicht ist da ein Achtelfinale aber noch nicht ausreichend?! In Leverkusen war es dann bisschen Business as usual, ein guter Auftritt aber nichts was in Erinnerung bleiben wird.

Bochum lassen wir aufgrund der Umstände mal außen vor und bei Union war es dann ein bisschen ernüchternd. Nicht schlecht, aber auch nicht gut. Da hat einfach ein bisschen was gefehlt, gerade mit dem Hintergrund, dass wir ein paar Tage zuvor weitergekommen sind. Das empfand ich durchaus enttäuschend. Aber gut, blicken wir lieber nach vorne als zurück: heute Sankt Pauli, Freitag in Augsburg und dann kommt Inter. Südkurve, seid bereit für die nächsten Wochen, wir haben Großes vor, lasst uns das gemeinsam angehen!

Vorwärts Südkurve!

FC Bayern München – VfL Bochum 2:3

Es war alles angerichtet für einen großen Tag in der Geschichte unseres Vereins und der Südkurve München. Das erste Bundesliga-Heimspiel nach dem Vereinsjubiläum sollte natürlich entsprechend der Rahmen für eine große Choreografie sowie das erstmalige Spielen der neuen Hymne sein. Aber manchmal kommt es anders als man denkt und irgendwie liegt auf diesem Tag ein Schatten. Und das liegt mit Sicherheit nicht am Spielausgang. Aber fangen wir von vorne an:

Bei frühlingshaften Temperaturen trafen sich die Süd- und Ostkurve ab 11:30 Uhr am Südkurvenplatz. Ich denke, es wird keine offiziellen Zahlen geben, aber selten dürften so viele Menschen am Treffpunkt gewesen sein, um sich gemeinsam auf das Spiel einzustimmen. Das war cool zu sehen, wie die Freundschaft quer durch alle Generationen angenommen und gelebt wird. Voller Vorfreude ging es dann Richtung Stadion, in dem es eine halbe Stunde vor Anpfiff das erste Highlight gab: nach einer kurzen Ansprache eines unserer Vorsängers gingen im Stadion viele Schals nach oben und zu Ehren der Freundschaft ertönte „Bochum“ von Grönemeyer aus den Boxen. Vermutlich bis dato eine der besten Schalparaden in unserem Stadion, die aber wenige Momente später getoppt werden sollte: „Immer vorwärts FC Bayern“ – die neue Hymne feierte ihre Stadionpremiere. Ein sehr emotionaler Moment, auch wenn es vor allem in der Südkurve mit der Geschwindigkeit des Liedes noch etwas haperte. Aber der Blick ins weite Rund, die zahlreichen Schals und dann das Lied, das aus der Kurve kommt und von uns Fans eingesungen wurde: das war schon sehr beeindruckend und ein sehr eindrucksvoller Moment. Hoffen wir, dass die Beteiligung bei der Schalparade auch zukünftig hoch ist, dann kann sich da nämlich ein geiles Ritual entwickeln. Beispiele, wo es funktioniert, kennen die meisten, jetzt haben wir den ersten großen Schritt getan und da gilt es anzuknüpfen.

Kaum war die Hymne abgespielt, stand schon der nächste Höhepunkt an: eine Choreo im ganzen Stadion!

Bereits in den Wochen vor dem Spiel waren zahlreiche Bayernfans im Einsatz, um den 125. Geburtstag mit einer angemessenen Choreografie feiern zu können. Ich denke, es kann nicht oft genug gesagt werden: ein großer Dank an alle helfenden Bayernfans! Gerade am Tag vor dem Spiel war die Beteiligung quer durch die Fanszene sehr hoch und viele haben zu diesem mehr als gelungenen Gesamtbild beigetragen. Im Zentrum der Choreo stand das wiederentdeckte alte Bayernlogo, welches bei der Feier im Löwenbräukeller dem Verein „geschenkt“ wurde. Weißes Logo auf rotem Hintergrund über die ganze Südkurve, im restlichen Stadion war ein großes “Fußballclub Bayern München” ausgelegt. Beim Linsen durch die Choreo auf die Anzeigetafel dürften viele eine kleine Gänsehaut bekommen haben. Aufgrund der Tatsache, dass wir gegen unsere Freunde aus Bochum spielten, gab es die Möglichkeit, dass es tatsächlich eine Choreografie im ganzen Stadion war (in der Regel wird ja der Gästeblock ausgespart). Somit dürfte es durch die Einbeziehung von 75.000 Menschen eine der größten Aktionen im deutschen Fußball gewesen sein.

Gepusht durch die Choreo startete die Südkurve ordentlich in die Partie und auch die umformierte Elf auf dem Rasen war in der Spur und erzielte relativ schnell zwei Tore. Aber dann kam der Zeitpunkt, an dem der Tag kippen sollte. Nach etwa einer halben Stunde Spielzeit kam es im Gästeblock zu einem medizinischen Notfall, in Folge dessen von Seiten der Ultras Bochum entschieden wurde, den Support einzustellen. Wie üblich tat es die Südkurve gleich und als zur Halbzeit von den Gästen entschieden wurde, dass aufgrund der unklaren Lage an dem Tag nicht mehr gesungen wird, schlossen wir uns an. Wir hatten es diese Saison beim Lissabon-Spiel bereits schon einmal: das Leben ist größer als das Spiel und wenn ein Mensch gerade mit seinem Leben kämpft, erscheint es unpassend, dass in der Kurve fröhlich weiter gesungen wird. Glücklicherweise gewann der VfL Fan den Kampf und ist mittlerweile wieder wohlauf. Dennoch war es aus unserer Sicht die richtige Entscheidung in der Situation, auch wenn es jedes Mal wieder schwerfällt.

Passenderweise gab unsere Mannschaft die Führung aus der Hand und leistete dem VfL aus Bochum ordentlich Hilfe im Abstiegskampf. Aufgrund der zeitgleichen Niederlage Leverkusens mit Sicherheit zu verschmerzen, dennoch sollte der Fokus nicht nur auf Europa liegen, sondern auch die Bundesliga weiter mit voller Kraft angegangen werden. Aufgrund der Verzögerung beim Schreiben weiß ich, dass es mittlerweile „nur noch“ 6 Punkte Vorsprung sind. Da gilt es für Mannschaft und Kurve, die Länderspielpause zu nutzen und Ende März wieder mit voller Kraft durchzustarten.

Zum Abschluss noch ein großes Dankeschön an die Südkurve Jena für die zahlreiche Unterstützung an diesem Nachmittag!

Bayer Leverkusen – FC Bayern München 0:2

Gibt es was Schöneres als den Moment, wenn der nächste Europapokal-Gegner feststeht? 

Wenn direkt alles liegen und stehen gelassen wird. „Wer fliegt?“, „Hätte jemand Bock auf Bus?“, „Will jemand paar mehr Tage?“, die Freude darüber, dass man ein weiteres Mal seine Farben irgendwo in Europa zeigen kann, eine gute Zeit mit den Freund*innen verbringt und den Alltagsmist einfach wieder da lässt, wo er hingehört?  Ja, gibt es.. Leverkusen auswärts im Europapokal. Keinen Monat nachdem man schon in der Bundesliga dort war und die gefühlt schlechteste Leistung seit langem gezeigt hat. Wer will schon nach Madrid, wenn man auch mal einen echten internationalen Exoten besuchen kann?

So, genug Spott. Immerhin sparen wir uns ein paar Urlaubstage, Geld und in Anbetracht des 3:0 im Hinspiel schien Leverkusen sportlich der bessere Gegner zu sein. Zu einer angenehmen Uhrzeit machten wir uns daher am Dienstagvormittag auf den Weg Richtung Bayerwerk und erreichten pünktlich das Stadion. Auch dieses Mal waren wir wieder mit einem Materialverbot belegt, das das Zünden von Pyrotechnik verhindern soll. Wie gut das funktioniert, muss ich glaub ich nicht erläutern und wurde beim Bundesligaspiel vor ein paar Wochen ja ganz gut belegt. Trotz des Verbots schafften es ein paar kleine Fahnen und ein großer Schwenker in den Block und wir konnten wenigstens einen kleinen optischen Akzent setzen. Weniger erfreulich waren allerdings mehrere Festnahmen aufgrund der Aktion bei unserem letzten Besuch und die Betroffenen mussten die Spielzeit auf einer Kölner Polizeiwache verbringen.

Zum Anpfiff kritisierten wir das oben genannte Materialverbot nochmal mittels Spruchband: „Wann, wo, wie – Entscheiden wir! Gegen eure Materialverbote“, dahinter entzündete sich eine Fackel.  Mit dem 3:0 im Rücken startete unsere Mannschaft gut in die Partie und hatte schon früh erste Torchancen. Spielbestimmend war man allerdings nicht und so kam der Gegner auch des Öfteren vor unser Tor. Wichtig war es, kein schnelles Gegentor zu bekommen und als es nach der ersten Hälfte 0:0 stand, würde ich lügen, wenn ich sage, ich hätte mir noch Sorgen gemacht. Vor allem ab der 49. Minute, in der das 0:1 durch Harry Kane unseren Einzug ins Viertelfinale dann doch ziemlich sicherte. Urbig verhinderte noch zwei Chancen der Leverkusener und Davies besiegelte mit dem 0:2 in der 71. Minute das Weiterkommen. 

Die Stimmung im Gästeblock war in Ordnung, ich fand den Auftritt vor ein paar Wochen zwar besser, aber groß beschweren kann ich mich auch nicht. Gehör konnte man sich in meinen Augen schon das ein oder andere Mal machen. Zur Heimseite gibt’s wenig zu sagen, Leverkusen halt… Kölsch saufen, Düsseldorfer Lieder singen, aber die Macht vom Rhein sein wollen. Gut gelaunt ging es dann zurück in unsere Heimat, in welcher bekanntlich auch das diesjährige Europapokalfinale stattfindet. Was das bedeutet, muss ich hoffentlich niemandem erklären und das Feuer sollte spätestens jetzt in allen lodern! 

FC Bayern, wir hol’n den CUP nochmal!

1. FC Union Berlin – FC Bayern München

Samstag 15:30 Uhr, auswärts an der Alten Försterei. Dazu eine durchaus ansehnliche Anzahl an Bussen der Südkurve, die sich den Weg in Richtung Hauptstadt bahnen. Grundsätzlich gute Voraussetzungen für ein Saisonhighlight oder zumindest mal ein Auswärtsspiel, bei dem es am Ende viele zufriedene Gesichter auf dem Nachhauseweg geben sollte. Um es vorweg zu nehmen: das große Highlight sollte es nicht werden, ein absoluter Reinfall aber auch nicht, wobei die Meinungen über den eigenen Auftritt je nach Standort doch arg variierten. Ob’s an der generellen Belastung der letzten Wochen oder vielleicht doch an einem Abnutzungseffekt von Union Auswärts lag ist schwer zu sagen.

Gerade etliche der jüngeren Bayernfans haben mittlerweile deutlich häufiger bei Union als im Olympiastadion ihr Kreuzchen machen dürfen, ein Umstand, der vor wenigen Jahren noch absolut undenkbar erschien. Klar bleibt es weiterhin deutlich cooler sich in Köpenick durch den Anfahrtsstau zu schlängeln und vielleicht auch mal ein paar Meter vor dem Parkplatz auszusteigen, als in Wolfsburg Löcher in die Luft zu gucken. So richtig kultig und fannah, wie der Verein sich aber immer noch nach außen gibt, ist’s dann halt doch nicht. Gerade die Einschränkungen in Bezug auf Trommeln und Megafone sind dabei halt doch eher nervig und wenn angefangen wird jede Ersatzbatterie einzeln zu zählen, ist das vermeintliche Rebellentum weit entfernt. Zwar haben wir hier an selbiger Stelle vor wenigen Wochen erst nach dem Rotterdam Spiel ein wenig mehr Resilienz der Bayernfans gefordert, doch geben sich halt im Gegensatz zu Union die meisten Vereine im Europapokal auch nicht als besonders kultig aus.

Genug der Nebenkriegsschauplätze, am Ende zählt, was wir mit unseren Stimmen draus machen und das war dann eben nur ein eher durchschnittlicher Auftritt. Ähnlich unserer Mannschaft können wir zwar derzeit nach den meisten Spielen mit dem Ergebnis ganz gut leben, aber definitiv schon in kurzer Zeit nicht mehr davon schwärmen. Unentschieden waren sich daher nicht nur die Mannschaften auf dem Platz, auch die Meinungen im Block gingen doch recht arg weit auseinander. Auf der Waldseite macht sich auch dort ein Zulauf bemerkbar und zumindest aus der Entfernung sah es nach keinem so schlechten Samstagnachmittag aus, wobei auch dort sicher noch mehr drin gewesen wäre, denn gerade die vielen Stehplätze auf der Geraden schienen auch eher am gemütlichen Fußballgucken interessiert zu sein. Alles in Allem also ein recht durchschnittlicher Spieltag, der uns auf dem Weg zur Meisterschaft nicht so schnell aus dem Schritt bringen sollte.

 

Was hier und da passiert

Frankreich

Neue Entwicklungen in Sachen Gruppenverbote in Frankreich. Nachdem schon Ende vergangenen Jahres das Gerücht über ein anstehendes Verbot verschiedener französischen Ultragruppen die Runde macht, ist nun etwas Bewegung in die Sache gekommen. So ist nun klar, um welche Gruppen es sich handelt: die Magic Fans und Green Angels aus St. Etienne sowie die Brigade Loire aus Nantes und zwei weitere, weniger bekannte Gruppen aus Strasbourg und des Zweitligisten Paris FC.

Ob die Auflösungen, wie sie vom Innenministerium angestrebt werden, so auch umgesetzt werden können, wird sich im Laufe des juristischen Verfahrens zeigen. Vor einigen Tagen veröffentlichten 146 französische Gruppen eine Stellungnahme, in der sie gegen die geplanten Maßnahmen protestierten. Unter anderem befürchten sie durch das Verbot gestandener Gruppen ein Vakuum, in das andere und schwer kontrollierbare Kräfte stoßen könnten. Unter den Unterzeichnern befinden sich auch unsere Freunde von den Ultramarines Bordeaux.

Das Instrument der Gruppenverbote ist dabei kein neues Instrument in Frankreich. Die wohl prominenteste Anwendung fand das Repressionsinstrument im Frühjahr 2010, als gleich mehrere Gruppen des Paris SG verboten wurden. Infolgedessen wurden die beiden Kurven in Paris über Jahre hinweg geschwächt und nach Meinung vieler Beobachter haben sie seitdem nie wieder zu alter Form zurückgefunden. Verbote dieser Art sind in Frankreich nur möglich, weil die Gruppen dort anders strukturiert sind als hierzulande. Während es sich in Deutschland meist um informelle Vereinigungen handelt, die auf dem Blatt gar nicht existieren, sind die Gruppen in Frankreich offizielle rechtliche Vereinigungen mit Mitgliederlisten und allem was dazugehört, hierzulande am ehesten mit einem Verein vergleichbar. Somit sind sie für die Justiz viel greifbarer und können auch leichter verboten werden.

Buenos Aires

Dass Fußballfans auch politischen Einfluss nehmen, hat sich schon vielerorts gezeigt. Im Rahmen des Arabischen Frühlings, der Gezi-Proteste oder jüngst bei den Protesten in Griechenland, mischten organisierte Fußballfans an vorderster Front mit, um politische und gesellschaftliche Veränderungen – sei es im kleinen oder großen – herbeizuführen. Jüngstes Beispiel hierfür sind die aktuellen Renten-Proteste in Argentinien. Unter der Führung des selbsternannten Anarchokapitalisten Milei erlebt das Land derzeit gewaltige Umwälzungen, unter denen verschiedene gesellschaftliche Gruppen zu leiden haben, aktuell ganz besonders die Rentner. Während die Inflation weiterhin hoch ist und die Preise gerade auch für Medikamente steigen, werden die Renten aktuell kaum angehoben, was viele Rentner in eine prekäre Situation stürzt. Wöchentlich demonstrieren ältere Menschen gegen die Politik Mileis in Buenos Aires, wobei es schon zu kleineren Zwischenfällen kam, bei denen Tränengas gegen die Rentner eingesetzt wurde. Nachdem sich die Barra Bravas – wie die organisierten Fans dort genannt werden – verschiedener Vereine, darunter auch diejenigen von Boca Juniors und River Plate, mit den Rentnern solidarisiert hatten und ebenfalls an den Protesten teilnahmen, kam es vor gut zwei Wochen zu schweren Ausschreitungen und Übergriffen durch die Polizei. Über 100 Menschen wurden im Rahmen dessen von der Polizei festgenommen. Infolge dieser Entwicklungen möchte Präsident Milei nun stärker gegen die Barras vorgehen und diese als kriminelle Vereinigungen verbieten. Vor einigen Tagen wurden zudem 29 Fußballfans, die sich an den Protesten beteiligt haben sollen, verhaftet und öffentlich zur Schau gestellt.

Niedersachsenderby

Hoffentlich das letzte Mal für sehr, sehr lange Zeit, dass wir das Niedersachsenderby-Thema hier aufmachen müssen. Schon im letzten SKB berichteten wir vom reduzierten Gästekontingent, der Demo der Braunschweiger in Hannover sowie der Ankündigung der Hannoveraner Fanszene für weitere Protestaktionen zu sorgen. Dieser Ankündigung wurde sie auch gerecht, wie die meisten vermutlich mitbekommen haben. Die heimische Fanszene positionierte sich nicht wie gewohnt in der Kurve, sondern öffentlichkeitswirksam in schwarz auf der Westtribüne. Begleitet von mehreren Protest-Spruchbändern wurde das Spiel erst mit Pyro und dann mit Tennisbällen unterbrochen. Anschließend wurde Innenministerin Behrens im Fadenkreuz gezeigt. Als Reaktion bezog die Polizei mit zwei Wasserwerfern (!) im (!!) Stadion Stellung. Was genau außer martialischen Bildern damit bezweckt werden sollte, weiß wohl nur der Einsatzleiter selbst, denn ein Einsatz dieser auf den Tribünen hätte wohl mehr Verletzte zufolge gehabt, als es das krasseste Derby mit zwei anwesenden Fanszenen jemals produzieren könnte. Bleibt zu hoffen, dass statt den Braunschweigern das nächste Mal die Wasserwerfer daheim bleiben und mal wieder ein völlig normales Niedersachsenderby ohne nervige Bullen und verrückte Innenministerinnen über die Bühne gehen kann.