Vorwort
FC Bayern München – VfB Stuttgart
VfL Osnabrück – FC Bayern München
FC Schalke 04 – FC Bayern München
FC Bayern München – Bodo Glimt
Spruchband Erklärung
SV Elversberg – FC Bayern München
Vorwort
Servus Bayernfans,
während die Spielzeit mit einem Heimsieg gegen den VfB gut losging, gab es auf Schalke den ersten kleinen Dämpfer. Der Punktverlust in Gelsenkirchen war mit Sicherheit nicht eingeplant, ist aber auch kein Beinbruch. Mit den Siegen in Osnabrück, gegen Bodo Glimt und bei Elversberg sind wir absolut im Soll, auch wenn uns der Ausflug ins Saarland am Ende doch mehr abverlangte.
Der Start in die neue Saison aus Kurvensicht fällt durchaus positiv aus. Die beiden Heimspiele waren ganz ordentlich, auch wenn wie immer Luft nach oben ist. Aber die Erweiterung der Südkurve macht sich bemerkbar und wenn man von außen auf die Kurve schaut, sind die Schritte deutlich sichtbar.
Osnabrück wäre mit einer Terminierung am Wochenende nochmals geiler gewesen, so hatte das Ganze ein bisschen was von Pflichtprogramm. Mag sich vielleicht etwas arrogant lesen und irgendwie auch traurig, denn Spiele wie an der Bremer Brücke sollten doch ein Highlight darstellen. Aber das wir da an einem Mittwochabend ran müssen, fühlt sich einfach falsch an. Insgesamt war es mit dem Stadion und dem ganzen Drumherum aber trotzdem ein guter Abend – Fußball, wie er sein soll.
Fußball gab es in Gelsenkirchen für uns keinen, das haben vermutlich alle Lesenden mitbekommen. Nach einer kurzen Auseinandersetzung folgte eine stundenlange Personalienfeststellung. Gehört vermutlich dazu, wenn es im Stadionumfeld mal was gibt und jetzt kein Grund zu jammern. Auch wenn in unserer idealen Welt danach einfach alle ihrer Wege gehen, wissen wir, dass die Realität eine andere ist. In Elversberg kamen wir dann wieder rein und machten aus dem nervigen Sonntagstermin das Beste. Ein guter Auftritt der Kurve, der Spaß gemacht hat.
Weniger Spaß macht dagegen das diesjährige Wiesn-Trikot, mit dem heute aller Voraussicht nach gespielt wird. Die Frage, ob Sondertrikots wirklich notwendig sind, werden vermutlich die allermeisten verneinen. Dass die Interessen von Vereinsseite vielleicht andere sind, auch irgendwie verständlich. Aber wenn man schon was macht, warum wird das dann so beschissen umgesetzt?! Noch dazu mit dem verunstalteten Wappen… Uns ist schon klar, dass wir mit Sicherheit nicht die Zielgruppe sind und vielleicht geben die Verkaufszahlen am Ende den designenden Personen Recht – aber ein bisschen mehr Feingefühl was die Thematik betrifft, wäre wünschenswert.
Aber wollen wir uns nicht weiter ärgern, das Wochenende steht vor der Tür: Heute gegen Union, bevor es in die lange Länderspielpause geht. 90 Minuten Gas geben und mit drei Punkten schmeckt die Maß auf der Wiesn gleich viel besser.
Vorwärts Südkurve!
Immer vorwärts FC Bayern!
FC Bayern München – VfB Stuttgart 5:1

Nach dem fulminanten Pokalfinale inklusive des wohl besten Auftritts der Südkurve in ihrer Geschichte sollte heute nach gut drei Monaten Pause die neue Bundesligasaison eröffnet werden. Wie es der Zufall so wollte, hieß unser Gegner auf Rasen und Rängen wie schon in Berlin VfB Stuttgart. Geil! Anders als in den vergangenen zwei Jahren (auswärts in Wolfsburg und daheim gegen RB) gab es also nicht den seichten Einstieg in die neue Saison, sondern direkt ein Spiel, das auch auf den Rängen eine gewisse Brisanz mit sich bringt. So stellen wir uns doch unseren Fußball vor. Um dem Spiel den nötigen Rahmen zu verleihen, riefen wir alle Bayernfans dazu auf, in Rot zu erscheinen. Das wurde leider etwas durch das Wetter konterkariert, danke trotzdem an dieser Stelle an alle Bayernfans, die dem Aufruf gefolgt sind.
Wie schon in den letzten Jahren riefen wir alle Bayernfans dazu auf, vor dem Spiel in den Umlauf der Südkurve zu kommen, um sich hinter der Kurve auf die neue Saison einzustimmen. Erneut war der Ansturm an allen Ecken und Enden zu spüren: die Leute hatten Bock. Was jedoch die gesangliche Darbietung anbelangt, war das heute eine ganz komische Nummer. Mehrfach wurde sich versungen, verklatscht oder in einen Kanon verfallen. Vielleicht hat der ein oder andere Bayernfan den Saisonbeginn mit ordentlich Bier eingeläutet, anders ist das für mich nicht so richtig zu erklären. Aber war auch nicht weiter schlimm, denn – noch getragen vom Pokalfinale – lautete die Devise: wir gewinnen sowieso!
Dass das am Ende auf dem Rasen selbstverständlich in die Tat umgesetzt wurde, wird niemanden überrascht haben. Interessanter war für den geneigten Beobachter sicherlich das Duell auf den Rängen. Kurzzeitig schien dies aber sogar in Gefahr, als zum Anpfiff noch verwaiste Reihen den Gästeblock zierten. Gott sei Dank zogen die Schwaben Mitte der ersten Halbzeit doch noch ein.
Denn es wäre zu schade gewesen, wenn wir auf unsere kleine Aktion hätten verzichten müssen. Zwar ist ein Double für einen Bayernfan noch lange nicht das höchste der Gefühle, die genannte Konstellation lud dann aber doch noch einmal dazu ein, den Schwaben unter die Nase zu reiben, wer das Pokalfinale gewonnen hatte. In den vergangenen Jahren waren sich die Stuttgarter selten zu schade, ihren Bayernhass zu konservieren und teils völlig überdimensionierte und meiner Meinung nach auch eher überflüssige Aktionen durchzuführen, zuletzt zum Jubiläum unseres Vereins. Dafür wollten wir uns ausnahmsweise mal revanchieren. In Berlin zeigte die Cannstatter Kurve eine Choreo mit dem Äffle und dem Pferd unter dem Motto im räudigsten schwäbisch: „I glaub i sieh scho dobblt“. Wie es das Schicksal so wollte, traf dies nach der Saison aber eher auf den Doublesieger aus München zu. Recht zeitnah nach Einmarsch der Stuttgarter kam also ein großes Münchner Kindl, das sich die Schale und den Pokal krallt, zum Vorschein, unterstrichen vom eingebairischten Spruch der Stuttgarter: „I moan i sig scho dopped!“. Dazu hakte sich die Südkurve zum Hit aus Berlin ein und teilte den Stuttgartern das mit, was sowieso jeder weiß: wir gewinnen, wir gewinnen, wir gewinnen, sowieso…
Die Gegenseite legte die ersten Minuten los wie die Feuerwehr, wobei sie das Niveau nicht über die restliche Spielzeit halten konnte, sodass die ganz großen Bäume nicht ausgerissen wurden. Dies traf zwar auf die Südkurve auch nicht zu, insgesamt war das aber ein absolut zufriedenstellender Auftritt. Zwar blieben die aufgrund des Regens teils erwartete okf Party (throwback ins Jahr 2016 zur Saisoneröffnung gegen Leverkusen, als die halbe Südkurve beim monsunartigen Regen blank zog) bei den meisten aus, der Spaß kam aber dennoch nicht zu kurz. Die Leute hatten Bock, die Gesänge schallten durchs Stadion und „Ich geb mein Herz für dich“ erinnerte eher an Europapokalspiele als an den Bundesligaalltag. Wenn wir es schaffen, diesen Spirit über die Saison zu verfestigen, haben wir meiner Meinung nach schon viel gewonnen.
Nicht gewonnen haben wir stand jetzt leider bei einem fanpolitischen Thema. Eigentlich leuchtet es jedem ein, der auch nur im Entferntesten mal etwas mit Sport zu tun hatte: wenn eine Mannschaft oder ein Sportler am Ende der Saison ganz oben steht, ist derjenige entweder der Beste, ergo Meister, oder aber er hat, wenn er noch nicht in der höchsten Spielklasse angetreten ist, ein Recht auf einen Startplatz in der nächsthöheren Liga. Eine Binsenweisheit. Zumindest für die Allermeisten, muss man leider sagen. Denn einige Herrschaften in den Elfenbeintürmen der Verbände sehen das nach wie vor anders, aus welchen Gründen auch immer. Daher zeigten wir zusammen mit den Gästen eine größere Spruchbandaktion zu diesem Thema. Zum Zeitpunkt des Verfassens des Berichtes scheint es nun so, als hätten die Verbandsoberen endlich erkannt, dass am von den Fanszenen beworbenen Kompassmodell kein Weg vorbei führt. Die Vergangenheit zeigt aber, dass man nicht den Tag vor dem Abend loben sollte. Wir werden auf jeden Fall weiterhin alle Entwicklungen kritisch verfolgen.
Über die Sommerpause gab es auch einige weitere Themen, die wir nicht hinten runterfallen lassen wollten. Grüße wurden nach San Benedetto geschickt, wo teils langjährige Stadionverbote ausliefen. Genau umgekehrt lief es leider in Empoli, wo einige führende Mitglieder der Ultras Empoli die Spiele bis auf weiteres nicht im Stadion verfolgen dürfen.
Kurz vor dem Spiel erreichte uns außerdem noch die Info, dass einige Stuttgarter mit Betretungsverboten belegt worden waren, weshalb wir ein kurzes „Gegen Betretungsverbote“ zeigten. Zu guter Letzt konnten wir auch ein Ereignis nicht unkommentiert lassen, das sich am 18. August in München ereignete. Ein 14-jähriger, der mit einer Spielzeugwaffe hantierte, wurde von der Polizei angeschossen. Wie so oft lief die Propagandamaschinerie der Bullen direkt nach der Tat an und es wurde versucht, die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Unabhängig davon, was wirklich geschehen ist, mal wieder ein klares Zeichen dafür, dass die Polizei ganz sicher kein neutraler Beobachter, sondern vielmehr eine Institution mit Eigeninteressen ist.
Dass die Polizei nicht gerade für ihre neutrale Beobachterrolle bekannt ist, durften wir ja schon eine Woche später in Gelsenkirchen erfahren. Doch das ist eine andere Geschichte. Fürs erste ein guter Start der Südkurve in die neue Saison – lasst uns daran anknüpfen!
Die Bilder vom Eröffnungsspiel
VfL Osnabrück – FC Bayern München 1:4

Zum dritten Mal in diesem Jahrtausend teilte uns die Losfee den VfL Osnabrück als Gegner im DFB Pokal zu. Nimmt man noch die Spiele gegen Schwarz-Weiß Rheden und Rödinghausen hinzu, bei denen die Amateurvereine ausgewichen sind, kann man schon fast von regelmäßigen Besuchen unserer Elf und ihres Anhangs an der Bremer Brücke sprechen. Und gerade 2026 ist das eigentlich ein Privileg, denn das Stadion versprüht noch echten Old School Charakter, was bei unseren sonstigen Reisezielen ja die absolute Ausnahme darstellt.
Es wäre nur schön gewesen, wenn wir hier samstags oder sonntags hätten aufschlagen dürfen. Ein echtes erstes Pokalwochenende wird für uns aber wohl auf Jahre hinaus eine Ausnahme darstellen, solange DFL und DFB sich darauf einigen können, den sportlich absolut belanglosen Supercup zur Prime Time am Pokalsamstag auszuspielen. So mussten wir mittwochs nach Niedersachsen, was später auch noch per Spruchband gemeinsam mit der Heimseite kommentiert wurde. Fangerecht sieht anders aus, zumindest wenn man daran denkt, dass es in Deutschland eine starke Auswärtsfahrerkultur gibt und solche Highlightspiele in der ersten Pokalrunde ja auch Fußballfest für die ganze Familie sein sollen.
Welche Bedeutung solche Spiele und die damit verbundene große Bühne für kleinere Vereine haben können, zeigte dann die heimische Fankurve. Die Fackeln zum Warmmachen nimmt man mittlerweile schon fast als Standard wahr, auch wenn sie vor 10 Jahren bestimmt noch für “Ahs” und “Ohs” im Gästeblock gesorgt hätten. Die anschließende Choreo war dann allerdings wirklich extra-ordinär. Grundidee, Detailverliebtheit, Durchführung – da war die anschließende Publicity durchaus verdient und stellte den Verein in ungewohntes Rampenlicht. Stark, wenn man als kleine Fanszene so ein Projekt durchzieht.
Nach 5 Minuten lag dann sogar ein Hauch von Pokalsensation in der Luft. Robin Meißners Ball wurde lang und länger und schlug schließlich in unserem Kasten ein. Da dürfte der eigentlich bei Dynamo Dresden unter Vertrag stehende Stürmer gute Chancen auf das Tor des Monats haben.
War eine Pokalblamage in Runde 1 in den 90ern nie so ganz unwahrscheinlich, hat sich der Fußball in den letzten 25 Jahren doch nochmal entwickelt, ob zum Guten oder Schlechten liegt dabei im Auge des Betrachters. Jedenfalls ist das Leistungsgefälle zwischen einer europäischen Spitzenmannschaft und einem Zweitligisten mittlerweile in der Regel so hoch, dass ein einzelner Glückstreffer nicht das Spiel entscheidet. Ausnahmen bestätigen dabei Gott sei Dank immer noch die Regel, sonst wäre der Fußball ja eine traurige Veranstaltung, aber unser Spiel sollte nicht in diese Kategorie fallen. Nach der 20. Minute egalisierte Harry Kane den Vorsprung der Lila-Weißen und ab da ging das Spiel dann seinen erwartbaren Gang.
Im Gästeblock brachte das allerdings nur bedingt das Blut in Wallung. Wo die Leute vor ein paar Jahren gegen Rödinghausen irgendwann unerwartet richtig den Turbo zündeten, blieb diesmal die Handbremse eher angezogen. Ist halt manchmal so, kann nicht jeder Auftritt gut sein.
Zumindest ging es danach zügig in die Busse und ab auf die Autobahn. Bis Berlin jetzt bitte nur noch Heimspiele, liebe Losfee.
Die Bilder von der ersten Pokalrunde gibt es hier
FC Schalke 04 – FC Bayern München 0:0

Vor fast vier Jahren ging es für die Südkurve das letzte Mal zu einem Auswärtsspiel gegen Schalke. Zwischendurch war man zwar nochmal in Gelsenkirchen zu Gast, allerdings zu einem Auswärtsspiel im Europapokal und natürlich nicht gegen Schalke, sondern gegen Shakhtar Donezk, die in der Saison 2024/2025 dort ihre Europapokal-Heimspiele ausgetragen haben. Dem etwas längeren Ausflug der Schalker in Liga zwei zu ihren Freunden aus Nürnberg geschuldet, sah man sich also eine ganze Zeit lang nicht mehr. Entsprechend groß war auf unserer Seite die Vorfreude, endlich mal wieder gegen einen doch recht großen Rivalen zu spielen.
Wirklich spielen sahen wir unsere Mannschaft ja leider nicht. Wie wahrscheinlich auch bereits alle mitbekommen haben, verbrachten wir die Zeit stattdessen in einem Polizeikessel, nachdem es ein kurzes Scharmützel mit den Schalkern gegeben hatte. Groß rumjammern kann man da jetzt wahrscheinlich auch nicht. Auch wenn ich mir natürlich wünschen würde, dass danach einfach jeder unbehelligt seiner Wege ziehen kann, muss man dann schon auch realistisch bleiben.
Immerhin schaffte es dann auch das ein oder andere Bier, getarnt als Apfelschorle, in den Bullenkessel. Wurstsemmeln gab’s ebenfalls und so standen wir dort bis spät in die Nacht und warteten auf unser persönliches Fotoshooting. Dafür, wie viele Cops da rumwimmelten, dauerte das Ganze pro Person schon verrückt lange. Dass die jetzt unbedingt Feierabend machen wollten, hatte ich jedenfalls eher weniger das Gefühl. Irgendwann war das ganze dann aber auch vorbei und wir rollten, wenn auch später wie geplant, wieder in München ein.
Abschließend noch ein großer Dank an unsere Freund*innen aus Jena und Hamburg für die Unterstützung!
IMMER WEITER ULTRAS!
FC Bayern München – Bodo Glimt 5:0

Bereits im zweiten Jahr in Folge befand sich der norwegische Vertreter im imaginären Lostopf und nicht wenige dürften auf ein Auswärtsspiel im hohen Norden (und im Vergleich zu Hamburg ist das dann wirklich mal der hohe Norden) gehofft haben.
Das Losglück blieb dieses Mal jedoch nicht auf unserer Seite – während ein anderer deutscher Vertreter da etwas mehr Fortune hatte. Wir dagegen hatten das Vergnügen eines Heimspiels und somit empfingen wir die Wikinger zum Auftakt der diesjährigen Jagd nach dem Henkelpott. Glücklicherweise befindet sich Bayern noch in der Ferienzeit, denn ich möchte nicht wissen, wie voll es bei der Partie im Stadion gewesen wäre, wenn die Begegnung im Januar stattgefunden hätte. Ob da am Ende auch ein ausverkauftes Stadion verkündet worden wäre?
Gerade Gegner, bei denen für uns zumindest die Auswärtsspiele ein kleines Abenteuer versprechen, sind bei Heimspielen oftmals nicht gerade ein Zuschauermagnet. Somit war die Kartenlage im Vorfeld sehr entspannt und wer schon immer mal den Cousin dritten Grades ins Stadion mitbringen wollte, hatte die Möglichkeit dazu. Auf der einen Seite immer merkwürdig, wie viele Leute sich Partien nach dem Gegner aussuchen, auf der anderen Seite natürlich cool, wenn es mal die Möglichkeit gibt, an Karten zu kommen. Gerade Kinder und junge Menschen werden durch das Stadionerlebnis angefixt und können so auch die Zukunft unserer Fanszene werden. Die meisten Lesenden können sich an ihre ersten Stadionerlebnisse gut erinnern und würden vielleicht nicht das hier lesen, wenn sie als Kinder / Jugendliche nicht die Chance gehabt hätten, im Stadion dabei zu sein. Aber jetzt bin ich etwas abgeschweift, zurück zum Spieltag.
Zum Einlaufen der Mannschaft wurde in der Südkurve ein Spruchband in Richtung UEFA gezeigt: „European Football unites to limit collective bans? A UEFA fairytale – only 20 bans in recent weeks“; Auch wenn sich die UEFA in den letzten Wochen/Monaten im Kampf mit der FIFA als das Gute im Weltfußball präsentieren will (was im Vergleich mit der FIFA aber nicht allzu schwer ist), gibt der Verband weiterhin Anlass für Kritik: die Ausweitung des Spielplans, Ticketpreise, Verteilung der TV-Gelder, sind vermutlich die naheliegendsten.
Was uns natürlich am konkretesten betrifft, sind die Kollektivstrafen, die von Seiten der UEFA in aller Regelmäßigkeit ausgesprochen werden. Nicht nur wir befinden uns mal wieder auf Bewährung, sondern auch andere Vereine sind von dem Repressionsmittel betroffen. Logischerweise trifft das vor allem Vereine / Kurven mit einer aktiven, lebendigen aber auch kritischen Fankultur. Während von Seiten der UEFA staatliche Ausschlüsse, wie bspw. Frankfurt in Neapel 2023, zu Recht kritisiert, zeigt sich, dass die UEFA grundsätzlich auch wenig Interesse an Fankultur besitzt. Wir befürchten, dass ein Umdenken auf Verbandsseite nicht allzu schnell stattfinden wird, umso wichtiger ist es, dass wir uns als Fans nicht spalten lassen. Denn das ist ja letztlich ein Ziel der Kollektivstrafen.
Als der Ball dann rollte, gingen die ersten Gesänge locker von den Lippen, vor allem die Konstante kam gut rüber und auch „Wie eine Droge“ knallte zumindest die ersten Durchgänge ganz gut raus. Einige Durchhänger gab es leider auch wieder, aber gerade den Leuten außerhalb der Gruppen merkte man an, dass sie Lust hatten. Ob es daran lag, dass viele Leute in der Kurve waren, die sonst weniger Chancen auf Karten haben, und da dann mehr Motivation da war? Schwierig zu sagen, auffällig war im Nachgang, dass von den Vorsängern eher ein positiver Eindruck das Fazit war, während die Leute in den ersten Reihen eher von einem zähen Stadionerlebnis berichteten. Zäh war es auf alle Fälle auf dem Rasen, in Halbzeit 1 konnte nur wenig Torgefahr ausgestrahlt werden.
Bevor in die zweiten 45 Minuten gestartet wurde, nahm die Kurve Abschied von einem Bayernfan, der in der Sommerpause verstorben ist – Ruhe in Frieden, Daniel. Gab es in der Pause bereits die Befürchtung, dass wir mit einem „Fehlstart“ in die Europapokal-Saison starten, wurde diese mit dem Seitenwechsel beiseite gefegt. Fünf Tore bis zum Abpfiff, gerade der vierte Treffer ein absolutes Traumtor – so kann es losgehen.
Die Kurve legte im Vergleich zur ersten Halbzeit ein wenig zu und auch wenn es kein „Wir reißen heut die Bäume aus“-Auftritt war, hatten die meisten ihren Spaß. In paar Wochen geht’s im Europapokal weiter und nachdem es mit Bodo auswärts schon nicht geklappt hat, dürfen wir zumindest zum zweiten norwegischen Vertreter (gabs schon mal zwei Teams aus Norwegen in der Königsklasse?!) reisen. Zwar nicht ganz der hohe Norden, aber immerhin mal was Neues für vermutlich fast alle Bayernfans.
Zum Abschluss geht ein Dankeschön an die Gäste aus Jena, Sankt Pauli, Bochum und San Benedetto.
Die Hintergründe zum Spruchband der Südkurve München: „European Football unites to limit collective bans? A UEFA fairytale – only 20 bans in recent weeks.“

Die UEFA als Retter des Fußballs, als das Gute unter den Verbänden? Diesen Eindruck vermittelte zumindest ein Teil der Sportmedien, die das Aufbegehren der UEFA gegen die FIFA im Zuge ihrer Pläne des Verkaufs der WM als großen Einsatz zum Wohle des Fußballs feierten. Aktuell ist die UEFA erneut Gegenstand der Berichterstattung und versucht, sich als Freund der europäischen Fankultur zu profilieren. Diese sei laut UEFA „ein wesentlicher Bestandteil der Fußballkultur“ und trage zur „Atmosphäre in den Stadien und zur Attraktivität der Wettbewerbe“ bei. So gab die UEFA am 02. September 2026 gemeinsam mit Klubs, Ligen und Fans bekannt, dass sie den Ausschluss von Gästefans in ihren Wettbewerben nicht länger akzeptieren und ihm aktiv entgegentreten wolle. Eigentlich sollte das eine Selbstverständlichkeit sein, möchte man meinen. Schließlich ist der Verkauf eines Gästekontingents von fünf Prozent durch den Gastgeber jedes Spiels in den UEFA-Statuten verankert und somit für alle Vereine, die im europäischen Wettbewerb antreten, verpflichtend. Eine Missachtung durch Vereine und örtliche Behörden führte in der Vergangenheit jedoch nicht zu Sanktionen, sondern rief lediglich Geloben nach Besserung hervor. So drohte UEFA-Präsident Aleksander Ceferin als Reaktion auf den Ausschluss von Fans von Eintracht Frankfurt in Neapel 2023 mit dem Entzug von Spielen am Ort des Verbots. Tatsächlich durchgesetzt wurde diese Maßnahme in der Folge allerdings nicht.
Stattdessen verhing die UEFA selbst weiterhin Teil- und ganze Ausschlüsse von Fans in ihren Wettbewerben und führte die jüngsten Aussagen über die Relevanz von Fankultur ad absurdum. Allein seit Anfang August bis heute belegte der Verband 15 Vereine mit (Teil-) Sperrungen des Stadions oder dem Verbot von Gästefans – teilweise auf Bewährung.
Auch die Südkurve war zuletzt von den Kollektivstrafen der UEFA betroffen: Zum Viertelfinal-Hinspiel des FC Bayern beim FC Arsenal in der Saison 2023/24 waren wegen Pyroeinsatzes keine Gästefans zugelassen. Dennoch verbrachten einige Bayernfans die Zeit um das Spiel in der Nähe des Stadions, um zu zeigen: die Südkurve München lässt sich auch von Verboten nicht abschrecken! Sehr präsent dürfte vielen außerdem die Sperre der gesamten Südkurve im Januar dieses Jahres sein – wegen des Einsatzes von Pyrotechnik trotz einer von der UEFA verhängten Bewährung. Doch auch hier kam die Botschaft an, dass Kollektivstrafen keine Veränderung bezwecken, denn die Südkurve trat während des Spiels geschlossen im Oberrang auf.
Nicht nur aufgrund unserer eigenen Erfahrungen sind wir den aktuellen Beschlüssen gegenüber skeptisch. Die Erzählung von der UEFA als Bewahrer der Fankultur gleicht also einem Märchen.
SV Elversberg – FC Bayern München 1:2

Sonntags um 17:30 Uhr in Elversberg – Freude kommt da beim Großteil der Südkurve wenig auf. Zwar konnten wir ein für die allermeisten Bayernfans neues Stadion besuchen, jedoch bietet der Gegner aus dem Saarland keinerlei sportliche Relevanz. Immerhin weiß ich dank der Lektüre der deutschen Sport-Gazetten, dass Elversberg der kleinste Bundesliga-Standort der Geschichte ist. Und auch das Stadion an der Kaiserlinde ist das kleinste, in dem der FC Bayern in jüngerer Vergangenheit angetreten ist: Lediglich knapp über 9.000 Zuschauer*innen fanden dort wegen der andauernden Baustelle Platz. Umso erfreulicher ist es, dass wir durch Kreativität und Beharrlichkeit erstaunlich viele Leute in das Stadion bringen konnten.
Diese trugen zu einem in Summe guten Auftritt der Südkurve München bei, die fast über die gesamte Spieldauer viel Freude am Singen hatte. Gerade der Einstieg mit einer gelungenen Schalparade zu „Forza FCB!“ und Zombie Nation machten Spaß und erreichten eine ordentliche Lautstärke. Zwar ebbte diese in meiner Wahrnehmung anschließend bis zur Pause etwas ab, der Spaßfaktor war dennoch recht hoch für ein Spiel, das definitiv unter die Kategorie „Pflichtprogramm“ fällt. Ein Pflichtsieg war daher fest eingeplant, allerdings tat sich die Mannschaft über weite Teile der Partie schwer mit einem kompakt verteidigenden Elversberg. In der 26. Minute schob Lennart Karl aber zur Führung ein. Der Aufsteiger zeigte sich davon unbeeindruckt und erzielt kurz vor der Pause das vermeintliche 1:1, das wegen Abseits aber nach langer VAR-Prüfung zurückgenommen wurde. Zudem hatten wir ein Spruchband mit der Aufschrift „Aufstiegsreform? Vereine und Fans betrogen! Kompassmodell jetzt!“ dabei, das die Forderung der deutschen Fanszenen nach einer Reform der Aufstiegsregelung in den Regionalligen bekräftigte.
Nach dem Seitenwechsel feierte mit Umbrella ein lange nicht gesungenes Lied sein Comeback und wurde vom Gästeblock mit Freude in den Abendhimmel gerufen. Indes wirkte die Mannschaft etwas behäbig und kassierte nach einer Stunde per Traumtor das 1:1. Ehrlicherweise nicht ganz überraschend, aber auch nicht sonderlich verdient, schließlich blieb dieser Abschluss der Gastgeber ihr einziger Schuss auf das Tor von Jonas Urbig. Für den Gästeblock und die Mannschaft war der Ausgleich jedoch der Weckruf für die verbleibenden gut 25 Minuten. Wie bereits in der letzten Saison hatte ich das Gefühl, die Kurve könne den Ball nun ins Tor tragen, was nach etwas Geduld und vergebenen Hochkarätern schließlich gelang: Harry Kane traf mit einem hervorragenden Schuss ins kurze Eck zur hochverdienten 2:1-Führung. Die Südkurve hatte zuvor mit „FC Bayern München, schieß ein Tor!“ den vermutlich lautesten Punkt erreicht und hielt diese auch in der Folge auf sehr gutem Niveau, wie zum Beispiel auf die Melodie von KISS.
Ganz anders werte ich den Auftritt der Heimseite. Kurz gesagt waren Quantität und Qualität keinesfalls bundesligatauglich – bei einem Dorfverein aber auch keine Überraschung. Umso erfreulicher, dass wir als Südkurve diesen Spieltag zu einem kurzweiligen gemacht und die Pflichtaufgabe im Saarland gelöst haben. Vielen Dank nach Hamburg und Bochum für die heutige Unterstützung!
Die Bilder vom Spiel findet ihr hier