Vorwort
FC Bayern München – 1. FC Union Berlin
FC Augsburg – FC Bayern München
Vorwort
Servus Bayernfans,
vier Wochen sind seit unserem letzten Heimspiel ins Land gezogen. Mit einem souveränen 7:0 gegen Union verabschiedete sich die Mannschaft in die Länderspielpause. Auch aus Kurvensicht war der Freitagabend ganz zufriedenstellend. Weniger zufrieden waren vermutlich alle mit dem Spiel in Augsburg. Auf dem Rasen taten sich die Spieler schwer und erkämpften sich einen Punkt. Auf den Rängen stotterte der Motor ebenfalls gewaltig und lief nur für wenige Momente in Halbzeit zwei auf Hochtouren. Natürlich ärgerlich, wenn man aus dem Spiel rausgeht und mit dem Tag nicht zufrieden ist, aber es gilt den Mund abzuwischen, weiterzumachen und zu zeigen, dass wir es besser können. Glücklicherweise gibt uns der Spielplan alle drei Tage eine neue Möglichkeit.
Leider hat das in Stavanger sowohl bei Mannschaft wie Kurve nicht wirklich geklappt. Erstmals seit fast 26 Jahren ging es nach Norwegen und über die Abwechslung im Europapokalalltag freuen sich zumindest auf Fanseite alle. Der Auftritt der Südkurve war dann allerdings nicht dem guten Los angemessen. Irgendwie alles bisschen träge, ohne so richtig Power dahinter.
Heute erwarten wir das Konstrukt von RB – mittlerweile seit zehn Jahren in der Bundesliga unser Gegner. Trotz allem gehören diese Spiele weiterhin nicht zur Normalität und das gilt es weiter zu zeigen. Wenigstens mal wieder zuhause am Samstag, auch, wenn wir bis vermutlich Dezember auf das erste Samstag 15:30 Uhr Heimspiel warten müssen. Die Spieltagszerstückelung ist eines der Übel im aktuellen Fußball. Ein anderes ist der VAR – gerade beim Auswärtsspiel in Augsburg war das wieder zu spüren. Eigentlich gibt es keinen Treffer mehr, bei dem man sich uneingeschränkt freuen kann, da niemand weiß, wie weit im Kölner Keller zurückgespult wird, um nicht doch noch einen kleinen Regelverstoß zu ahnden. Der VAR wurde mal eingeführt, um weniger Diskussionen um Schiedsrichterentscheidungen zu haben – gefühlt ist aber genau das Gegenteil eingetreten. Jedes Wochenende gibt es Entscheidungen, die für Kopfschütteln sorgen und Fans im Stadion mit einem Fragezeichen zurücklassen.
Bis zur nächsten Länderspielpause stehen nur noch englische Wochen an. Weiter geht es in den kommenden Tagen dann gegen Arsenal, Freiburg, Magdeburg und dann steht das Spitzenspiel gegen die Dortmunder Borussia an. Aus Kurvensicht das interessanteste Spiel wird das Aufeinandertreffen mit dem FC Magdeburg. Mag für viele Fans erstmal unspektakulär klingen, doch mit Sicherheit werden viele Gästefans im Stadion sein, für die die Begegnung bei uns eins ihrer Highlights sein wird. Da gilt es für uns als Kurve zu zeigen, dass das unser Heimspiel ist. Gerade nach den beiden schwächeren Auftritte in der Ferne, sollten wir uns die kommenden Spiele besser präsentieren.
Vorwärts Südkurve!
Immer vorwärts FC Bayern!
FC Bayern München – 1. FC Union Berlin 7:0

Zum letzten Spiel vor der fast drei Wochen dauernden Länderspielpause sowie dem Tag vor Wiesnanstich stand noch bei bestem Wetter das Heimspiel gegen Union Berlin an. Was nach einem entspannten Heimspieltag klingt, wurde jedoch von dem traurigen Umstand begleitet, dass Anfang September eine Person aus dem Umfeld unserer Gruppe bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Mit Markus haben wir nun jemanden aus unserer Mitte verloren, der in vielen Situationen unsere Gruppe nach außen hin vertreten hat. Vordergründig aber natürlich einen Menschen, dessen Verlust als Freund für viele ein großes Loch hinterlässt. So gedachten wir im Fackelschein Markus zu Beginn der zweiten Halbzeit.
Im Herzen a Rebell und immer gerade, war dir koa Abenteuer zu schade. Mach´s guad!
Wer in den Tagen vor dem Spiel keinen Blick in die sozialen Medien geworfen hatte, der wunderte sich beim Einlaufen der Mannschaften arg, mit was für einem seltsamen Trikot die Gäste aufliefen. Bayern, daheim klassisch in rot, Union dagegen in einem Trikot, das ausschaut, als wäre es unter dem Einfluss harter Drogen designt worden. Bei genauerer Betrachtung fiel jedoch auf, dass nicht Union in diesem Dress auflief, sondern es sich um das „Wiesntrikot“ unseres Vereins handelte. Dieses fügt sich mittlerweile in eine leider lange Reihe an Trikots, die nur im Entferntesten etwas mit den Vereinsfarben zu tun haben und das Bayernlogo dermaßen verunstalten. Die vermeintlich so leicht zu erfüllende Forderung nach rot-weißen Bayerntrikots wird so immer mehr zum Kampf gegen Windmühlen.
Mit den in Rot auflaufenden Unionern kam eine äußerst formschwache Mannschaft nach München, die in den drei bereits gespielten Partien lediglich einen Punkt gewinnen konnte. Womöglich also ein idealer „Aufbaugegner“ für unsere Mannschaft, die ergebnistechnisch zwar durchaus im Soll liegt, spielerisch aber noch nicht in Bestform ist (klar, Meckern auf hohem Niveau). Nach einer bereits deutlichen ersten Halbzeit, in der Musiala, Kane und Olise das Spiel bereits in die richtige Richtung lenkten, es aber zeitweise schien, als ob die Gäste dem noch etwas entgegenzusetzen hätten, wurde dann in der zweiten Halbzeit nochmal so richtig aufgedreht. Zweimal Olise, Saibari mit seinem ersten Bayern-Tor sowie erneut Kane sorgten dann für das Endergebnis in Höhe von 7:0 sowie ein äußerst überzeugendes Spiel. Ob es an den überaus desolaten Unionern lag, die einfach nichts entgegenzusetzen hatten oder daran, dass unsere Mannschaft langsam aber sicher wieder richtig in Fahrt kommt, lässt sich aus meiner Perspektive nur schwer beurteilen – gut tun wird es in jedem Fall.
Die Südkurve startete durchaus laut mit Hüpf-Bavaria in die Partie, flachte dann wie so oft aber in der ersten Halbzeit ein wenig ab, sodass dieses Niveau, abgesehen vom Einklatschen, bei dem auch Teile der Nordkurve mitzogen, nicht mehr erreicht wurde. Nach der Gedenkaktion für Markus zu Beginn der zweiten Halbzeit legte die Südkurve wieder einen Zahn zu. Mit „Zombie Nation“ wurde ein Lied mit passabler Lautstärke lange gehalten und dazu standesgemäß gepogt und ausgerastet. Mit dem zunehmend steigenden Spielstand löste sich die Stimmung in der Südkurve immer mehr, sodass man letztlich von einem Auftritt sprechen kann, der zumindest in der zweiten Hälfte allen Spaß gemacht haben dürfte.
Die Gäste aus Köpenick kamen, bedingt durch den zähen Verkehr im Münchner Norden, erst mit Anpfiff im Stadion an. Wieder einmal wurde anstatt der einzelnen Gruppenfahnen lediglich die „1. Fussballclub Union Berlin“-Zaunfahne über die gesamte Länge des Blocks aufgehängt, was in meinen Augen bei diesem Gästeblock schon einiges hermacht. Akustisch hingegen kam jedoch fast nichts in der Südkurve an und auch der Verzicht von sämtlichem weiteren Tifomaterial trug dazu bei, dass der Gästeblock an diesem Tag ein doch recht tristes Bild abgab. Respekt und Dank, dass für die Dauer der Gedenkaktion für Markus der Support unterbrochen wurde.
So geht es mit ordentlich Rückenwind in die Länderspielpause, nach der mit einem Spiel in Norwegen, daheim in der Liga gegen Dortmund sowie im Pokal gegen Magdeburg ein paar Highlights auf uns warten. Zu guter Letzt noch ein Dank an unsere Freund:innen aus Hamburg, Jena und Bochum, die uns bei diesem Spiel unterstützten.
FC Augsburg – FC Bayern München 2:2

Die bislang längste Länderspielpause aller Zeiten liegt hinter uns, endlich wieder Bundesliga. Für einen lockeren Einstieg in die kommenden Wochen sollte es nach Augsburg gehen. Richtiges Auswärtsfeeling kommt da nicht auf, vor allem wenn als Anreise auf Autos gesetzt wird. Das Verlassen der eigenen Wohnung fand somit später statt als bei einem Heimspiel um 15:30 Uhr.
Wie bereits in der Vergangenheit diente der Parkplatz einer bekannten Möbelkette als Treffpunkt und pünktlich zum Abmarsch des Südkurvenhaufens Richtung Stadion fing es an zu regnen. Kann man schon mal als Einstimmung auf Stavanger nehmen, da sind Wetterprognosen ebenfalls regnerisch. Somit ging es leicht durchnässt in den Gästeblock, in welchem uns bereits ein Spruchband der Augsburger Szene erwartete. Markus, ein Fan aus der Südkurve und im Umfeld unserer Gruppe, verstarb vor wenigen Wochen bei einem Verkehrsunfall – daher war beim Betreten des Blocks „Ruhe in Frieden Markus“ zu lesen. Dankeschön an dieser Stelle für die Beileidsbekundung. Ebenso überreichten uns die heimischen Ultras eine Kerze, die in Erinnerung an unser verstorbenes Mitglied Fabi bei jedem Spiel in Augsburg auf dem Podest brennt. Da sich die Todestage von Kai, Josef und Sonja im Oktober jährten, zeigten wir gegen Ende des Spiels die Konterfeis der drei.
Da auch die Augsburger Szene von Unglücken nicht verschont geblieben ist, hatten wir anlässlich des 11. Todestags von Max & Dani ein Spruchband „Ultras sterben nie“ vorbereitet.
Nach so vielen Worten zu verstorbenen Ultras ist es in einem Bericht immer schwierig, einen guten Übergang zu finden. Wie ihr lest, gelingt es mir nicht, daher starten wir einfach mit dem Spiel. Während wir gerade dabei waren, ins Spiel zu starten, ertönt direkt nach Anpfiff die Augsburger Tormusik – schnellster Bundesligatreffer der Geschichte und das bei eigenem Anstoß. Suboptimaler Start in die Begegnung und sowohl Mannschaft wie auch Kurve kamen anschließend nicht richtig in Fahrt. Das war schon eine sehr zähe Vorstellung der Südkurve, irgendwie war über den gesamten Block eine gewisse Trägheit zu verspüren. Ob es die schlechteste Halbzeit in Augsburg war, wie manche behaupteten, weiß ich zwar nicht. Ich kann mich an die zweite Halbzeit im September 2022 erinnern, die war unterirdisch, davon waren wir meiner Meinung nach noch entfernt, aber unterdurchschnittlich war es auf alle Fälle.
Die zweite Hälfte konnte eigentlich in allen Belangen nur besser werden und tatsächlich konnten die Spieler auf dem Rasen zulegen und erzielten insgesamt 6 Tore – da jedoch vier wegen Abseits aberkannt wurden (was mehrere VAR Eingriffe mit sich zog und mal wieder gezeigt hat, dass der VAR einem ordentlich die Laune verdirbt) und der FCA bei einem der wenigen Angriffe auch nochmal einnetzen konnte, stand am Ende ein Unentschieden auf der Anzeigetafel. Reicht nicht, um die Tabellenführung zurückzuholen, aber auch kein Beinbruch. Dennoch zeigen die ersten drei Auswärtsspiele in der Saison, dass es nicht immer ein Selbstläufer ist und die Bundesliga dieses Jahr vielleicht wieder mehr Spannung bringen wird als vergangene Spielzeit.
Die Südkurve steigerte sich mit Beginn des zweiten Durchgangs ebenfalls, weshalb die Gesamtbewertung des eigenen Auftritts nicht mehr ganz so negativ ausfällt, wie noch in der Pause. Gerade „Auf geht’s Ihr Roten – kämpfen und siegen“ sowie „FC Bayern München schieß ein Tor“ schepperten teilweise gut durch die Arena, insbesondere wenn die Sitzplätze sich dafür entschieden, sich an der Unterstützung der Mannschaft zu beteiligen.
Die Heimkurve schien trotz des für sie positiven Spielverlaufs auch nicht ihren besten Tag erwischt zu haben. Zumindest war das die durchgehende Einschätzung aus dem Gästeblock, die aber auch nicht immer die absolute Wahrheit ist. Von den zahlreichen Spruchbändern auf Heimseite blieb vor allem das Spruchband zur Solidarisierung mit der Fanszene des Augsburger EV im Kopf, die aktuell Heimspiele boykottieren.
Mehr zu berichten gibt es nicht, die Rückankunft in München hätte es sogar noch ermöglicht, den Wocheneinkauf zu erledigen, aber wenn die kommende Woche in Norwegen oder im Bus verbracht wird, braucht es das ja nicht. Ein Dank geht an die Ultras aus Bochum, die uns unterstützt haben.