SKB Köln 13.04.2024

Vorwort
The Road to Wembley – Wir holen den Cup nochmal
FC Bayern München – Borussia Dortmund
Heidenheim – FC Bayern
Arsenal FC – FC Bayern München
Spielerkult
Ultras Bochum 99
Was hier und da passiert
Termine

Vorwort

Servus Bayernfans,
 
euch fehlten vergangenen Samstag die Worte?! Da seid ihr nicht allein. Die zweite Halbzeit in Heidenheim dürfte der sportliche und moralische Tiefpunkt in der Rückrunde gewesen sein. Wie widerstandslos die zweiten 45 Minuten bestritten wurden, war schon außergewöhnlich; außergewöhnlich negativ. Ebenfalls negativ war das Verhalten der Spieler nach der Partie, aber vielleicht war es auch bezeichnend für die aktuelle Mannschaft, dass die beiden jüngsten Spieler (plus Davies) den meisten Anstand und Respekt gegenüber der Kurve zeigten. Da ist in Heidenheim die Stimmung ein bisschen gekippt und erstmals wurde aus der Kurve etwas mehr Unmut laut. Nüchtern betrachtet vielleicht nicht ganz nachzuvollziehen, da Platz zwei und Viertelfinale im Europapokal für die meisten anderen Vereine ein Traum sind. Doch Fußball ist eben nicht rational und wenn die Leute das Gefühl haben, dass auf dem Rasen und gegenüber der Kurve eine gewisse Attitüde an den Tag gelegt wird, die gerade absolut unpassend ist, dann ist es durchaus ok, auch mal kurzzeitig sauer zu sein. Passenderweise gibt es heute einen älteren Text zum Thema „Spielerkult“, der mittlerweile 15 Jahre alt ist, aber noch immer ganz gut in die Zeit passt.
Die Kurve war an diesem Tag der einzige Lichtblick, da gab es wenig zu bemängeln und gerade die dreißig Minuten nach Wiederanpfiff waren ein wahrer Hochgenuss. So kann es in den kommenden Spielen gerne weitergehen, das sollte Marschroute für die Kurve sein: egal was auf dem Rasen passiert, die Kurve geht weiter voran!
 
Während es auf nationaler Ebene ordentlich hapert, sieht es dagegen auf europäischer Bühne ziemlich anders aus: bei Arsenal wackelte die Mannschaft zu Beginn zwar ordentlich, zeigte aber anschließen ihr „Champions-League-Gesicht“ (um die Süddeutsche zu zitieren). Mit dem Unentschieden ist die Ausgangslage für kommenden Mittwoch ordentlich. Das Spiel fand leider ohne uns Fans statt, dennoch haben wir uns nicht von der UEFA-Strafe abhalten lassen und waren in London präsent. Die Stellungnahme der Südkurve zu der Thematik findet ihr ebenfalls im SKB.
Beim Rückspiel sind wir wieder mit dabei, große Motivationsreden sollten nicht nötig sein! 90 (oder 120) Minuten Gas geben, damit wir auf den Rängen alles dazu beitragen, dass der Traum von Wembley weiterlebt.

Wembley calling!

The Road to Wembley – Wir holen den Cup nochmal

Auch wenn die Saison bisher sportlich alles andere reibungslos lief und die letzten beiden Wochen von Rückschlägen geprägt waren, ist zwischendrin mit dem Heimsieg gegen Lazio die Tür zum Finale in Wembley ein Stückchen weit aufgestoßen.
11 Jahre später findet das Finale wieder am selben Ort statt, an dem wir gegen Borussia Dortmund den europäischen Thron erklommen haben, untermalt von lautstarker, emotionaler und feuriger Unterstützung durch uns Fans.

Auf dem erneuten Weg dorthin führt uns die Reise zu Arsenal FC. Bedauerlicherweise ist bei diesem Spiel sowohl der Mannschaft diese Unterstützung versagt, mit der wir uns in ganz Europa einen Namen gemacht haben, als auch uns Fans das Erlebnis einer stimmungsvollen europäischen Nacht auf dem Weg ins Finale genommen.

Ausschlaggebend für diese UEFA-Strafe war die Pyroshow in Kopenhagen und zum Einlauf der Mannschaften in Rom. Bei der Diskussion darum sollten allerdings Anlass und Grund nicht verwechselt werden. Natürlich haben unsere Aktionen der UEFA einen Anlass für die Strafe gegeben. Sie tritt jetzt relativ schnell nach Verhängen der Bewährung ein.

Realistisch gesehen, war es eben nur eine Frage der Zeit bis uns als aktive, euphorische und eben manchmal auch provozierende Fankurve dieses Schicksal ereilt. Wenn nicht gegen Arsenal, dann eben zu einem späteren Zeitpunkt.

Denn das Strafenregime der UEFA hat nur einen einzigen Zweck: Konformes Verhalten von uns Fans zu erpressen! Anders lässt sich nicht erklären, weshalb kritische Meinungsäußerungen und schnippische Choreographien genauso verboten bzw. im Nachhinein sanktioniert werden, wie der Einsatz von Pyrotechnik, der manch europäischer Nacht eben ein ganz besonderes Flair verleiht. Ein Flair, dass die UEFA andersherum für die Vermarktung ihrer Produkte immer wieder gerne heranzieht.

Die Verlogenheit und Willkür der UEFA und ihres Strafenregimes erleben wir Bayernfans nun zum zweiten Mal in 10 Jahren. 2014 wurde uns der Besuch des Spiels in Moskaus gar verwehrt, obwohl sich kein Bayernfan etwas zu Schulden hatte kommen lassen.

Wir werden also wieder von einem Regime bestraft, das nur bestehen kann, weil die Vereine sich ihm freiwillig unterwerfen. Geht es um Reformen, die mehr Geld versprechen, machen sie ihren Einfluss bei der UEFA geltend. Könnten sie etwas Geld sparen und Gutes für ihre Anhänger tun, spielen sie ihre Trümpfe bisher nicht aus.

Für uns gilt: Wie schon 2014 wird uns die UEFA nicht davon abhalten, mit unserer Mannschaft an den Spielort zu reisen und dort das Spiel gemeinsam zu verfolgen.

Auch wenn es momentan nicht danach aussieht, haben wir immer noch die quasi historische Chance, aus einer bereits abgeschriebenen Saison mit vier starken Spielen noch ein historisches Jahr zu machen. Das ist noch ein weiter Weg, aber wir werden beim ersten Schritt vor Ort sein. Und im Juni stehen wir dann wieder in Wembley.

FC Bayern München – Borussia Dortmund 0:2

Nachdem es in den letzten Spielen sportlich (gegen zugegeben eher schwächere Gegner) wieder etwas bergauf ging, stand heute mit Dortmund ein vermeintliches Schwergewicht an.

‚Vermeintlich‘ deshalb, weil gefühlt unabhängig davon, wie die Saison sonst läuft, der BVB mittlerweile alles andere als ein Angstgegner ist und in aller Regelmäßigkeit, insbesondere bei Heimspielen, abgefertigt wird. Dieses Gefühl wird tatsächlich durch die Statistik bestätigt, so hat Bayern in den letzten knapp sechs Jahren kein Spiel gegen den BVB mehr verloren, unsere letzte Heimniederlage liegt sogar zehn Jahre zurück. Für die meisten ging es also mit entsprechend gutem Gefühl an den gut besuchten Südkurvenplatz, der uns mit strahlendem Sonnenschein empfing. Eigentlich war alles angerichtet.

Den ersten Dämpfer gab es nach Betreten der Kurve, als der obligatorische Blick in den Norden der Arena wenig Erfreuliches brachte, da weder Zaunfahnen noch sonstiges Tifomaterial zu sehen waren. Die Vermutung, dass es wohl Probleme am Einlass gegeben hätte, wurde dann leider auch bestätigt, wodurch sich dieses Bild im Laufe des Spiels auch nicht mehr änderte. Grund für die Abwesenheit der Fanszene war die beschränkte Anzahl von Schwenkfahnen, die größer als 1,50m sind. Für Gästefans sind normalerweise fünf ‚große‘ Schwenker erlaubt, die Zahl der mitgebrachten Fahnen überstieg diese Zahl aber deutlich und auch eine Anpassung der Zahl erlaubter Fahnen nach oben genügte nicht für die mitgebrachten Fahnen, weshalb sich die Dortmunder Fanszene dazu entschied, nicht aufzutreten. Durchaus nachvollziehbar, da die Dortmunder verständlicherweise die übrigen Fahnen nicht einfach vor dem Block oder in einem Spind am Bahnhof deponieren wollten. 

Saumäßig ärgerlich bei einem so wichtigen Spiel und relativ weiter Anreise, allerdings ticken die Uhren in Bayern bekanntermaßen anders und bei der hohen Zahl mitgebrachter Fahnen muss man vielleicht auch damit rechnen, dass nicht alles reinkommt. Grundsätzlich sind jegliche Beschränkungen für Tifomaterialien aber einfach nur nervig und gehören abgeschafft. Dass der FC Bayern als Veranstalter sich aber schwer damit tut, entgegen der Vorgaben der Feuerwehr mehr Fahnen zuzulassen, ist in gewisser Weise aber auch verständlich. 

Daher fand dieser Samstag leider ohne Gegenpart im Norden und ohne lautstarken Wettkampf auf den Rängen statt. Oder so ähnlich. Denn so richtig lautstark war das, was wir in der ersten Hälfte geliefert haben, nicht wirklich. Keine Vollkatastrophe, mehr als das Prädikat ‚okay‘ hat sie sich aber definitiv nicht verdient. Das Geschehen auf dem Rasen hat sich halt auch ein bisschen in der Kurve widergespiegelt. 

Ein anderes Bild bot sich dann glücklicherweise in der zweiten Hälfte, als die Kurve doch nochmal ganz gut in Fahrt kam und insbesondere zu „Kiss him goodbye“ und „Ich geb mein Herz für dich“ die Dezibelzahl etwas, und den Spaßfaktor massiv, in die Höhe treiben konnte. Auch BVB-Keeper Meyer zog so einigen Zorn auf sich und durfte sich für seine zeitraubenden Abstöße und seinen Jubel nach dem 0:2 vor der Kurve so einiges anhören. Es dürften letztendlich also, abgesehen vom Endergebnis, doch noch alle auf ihre Kosten gekommen sein.

Daran, dass die Meisterschaft dieses Jahr nochmal so etwas wie Spannung erfahren könnte, hatten ohnehin nur die wenigsten geglaubt und somit muss man sich in den nächsten Bundesliga-Wochen seine Highlights nun eben selbst setzen. Nichtsdestotrotz nervt einen die erste Heimniederlage gegen den BVB seit zehn Jahren doch ziemlich und auf Platz drei der Tabelle folgen mit nur kleinem Abstand die ungeliebten Schwaben, hinter denen man sich am Ende der Saison doch nur sehr, sehr ungerne einordnen würde. Außerdem gibt es ja noch einen nicht ganz unwichtigen internationalen Wettbewerb, den man im letzten Jahr in der bekannten Form auch noch ganz gerne mitnehmen würde. Vielleicht ja sogar als Neuauflage des Finals 2013. Wieder Dortmund, wieder Wembley. Man wird ja noch träumen dürfen…

Leider kann der Spielbericht an dieser Stelle aber noch nicht enden, denn über die Länderspielpause sind so allerhand Dinge passiert, die wir nicht unkommentiert lassen wollten. Zum einen wurde sich mit dem Fanprojekt Karlsruhe solidarisiert, das derzeit seine Probleme mit der Justiz hat. Zum anderen gab es zum gefühlt hundertsten Mal diese Saison noch ein Spruchband gegen die Bullen, die schon seit einiger Zeit die anstehende EM für zunehmende Repression gegenüber Fußballfans nutzen. Mehr Infos zu den beiden Themen könnt ihr der Rubrik ‚Was hier und da passiert‘ vom Dortmund-SKB entnehmen. 

Hier gibt es Bilder zum Spiel

Heidenheim – FC Bayern München 3:2

Nach der Saison ist vor der Saison und vor der Saison ist erstmal DFB-Pokal. Eine alte Binsenweisheit und obwohl der Kalender erst Anfang April anzeigte, fühlte es sich in Heidenheim doch ziemlich nach entspanntem Rundenauftakt an. Ehrlicherweise glaubten auch vor dem Spiel wohl nur noch die kühnsten Bayernfans an den Gewinn der Meisterschaft und spätestens nach den zweiten 45 Minuten auf der Schwäbischen Alb war die Meisterschaft dann auch endgültig durch.

Doch wie es meistens in der ersten Runde des Pokals so ist, macht es abseits des Rasens oft am meisten Spaß. Das Setting stimmte einfach. Die Sonne zeigte sich von ihrer angenehmsten Seite und anstatt in tristen Gästekäfigen parkte die Südkurve einfach mal am anderen Ende der Stadt. Der Aufstieg zum Stadion trieb dann manchen doch ein paar Schweißperlen auf die Stirn, war aber durch seine Entspanntheit auch einfach mal eine schöne Abwechslung.

Da es unseren FC Bayern zum ersten Mal auf die Alb zog und das Reiseziel Heidenheim selbst mit unseren Freunden nicht gerade zu den Topzielen gehörte, sollte es für einige doch ein neues Kreuzchen in der Groundliste sein. Die Vorfreude vieler Bayernfans ließ sich auch durch Drehkreuze kaum bremsen, die den etwas zu zahlreich angereisten Fans kurz mal nachgeben mussten. Die Ordner nahmen es recht gelassen und auch die einrückenden Cops waren verhältnismäßig schnell damit fertig sich gegenseitig Pfeffer ins Gesicht zu sprühen. Alles also halb so wild und am Ende waren wohl alle drin, die es auch sein wollten. Erste Runde im Pokal halt. Dass sich die Heidenheimer Fanszene mittels Comicfiguren im Stile der späten 2000er an Uli Hoeneß abarbeitete und sich selbst zum König erklärte passte dann auch einfach ins Gesamtbild des Tages.

Der Gästeblock startete zunächst ganz locker in die Partie und recht schnell merkten alle Anwesenden, dass die Lieder besonders locker von den Lippen gehen sollten. Gerade auch die Sitzplätze, die am seitlichen Ende der Gegengerade an den Gästeblock grenzen, hatten richtig Bock und stiegen immer wieder ein. Das erinnerte doch auch ein wenig an den alten Gästeblock in Freiburg, in dem sich die Südkurve ebenfalls des Öfteren unabhängig vom Spielverlauf in einen Rausch singen konnte. So auch in Heidenheim. Das schepperte ordentlich im kompakten Gästeblock und einige Lieder wurden immer mal wieder neu aufgerollt.

Dass sich die Mannschaft in der zweiten Halbzeit aber vollkommen aufgab und auch wenig Interesse an einem Gang in die Kurve zeigte, wäre an anderer Stelle und zu anderem Zeitpunkt sicher noch heftiger beantwortet worden. So bliebs bei einigen Pfiffen und der Erkenntnis, dass es mal wieder am Ende die Kurve war, die den FC Bayern würdig vertreten hat. Ob der durchaus spaßige Ausflug aufs Land in der nächsten Saison auf einen regnerischen Freitagabend im November so wiederholt werden kann, darf bezweifelt werden. War jetzt einmal schön, aber eine dauerhafte Präsenz der Heidenheimer würde die Bundesliga doch weiter ein Stückchen unattraktiver machen.

Arsenal FC – FC Bayern 2:2

Ein Europapokal-Abend ist nie ein alltägliches Spiel und ein Viertelfinale schon gar nicht, selbst wenn der Gegner Arsenal FC heißt und man sich in den letzten 20 Jahren stets gegen diesen Gegner durchgesetzt hat. Anders als bei den vorherigen Aufeinandertreffen fiel uns jedoch diesmal die Außenseiterrolle zu. So ehrlich muss man sein, die Arsenal-Mannschaft hat mit der Elf, die quasi unter einem Bayern-Trauma litt, personell keine Überschneidungen mehr und als Tabellenführer der Premier League konnten sie uns mit breiter Brust entgegen treten. Nach dem bisherigen Saisonverlauf blieb uns da tatsächlich nur die Außenseiterrolle. Da wir in dieser nicht so oft stecken, hat das natürlich einen besonderen Reiz. 

Da tat es verständlicherweise besonders weh, nicht in üblicher Form präsent sein zu können. Zu den Umständen und unserer Sichtweise darauf haben wir uns ja schon per Stellungnahme ausführlicher geäußert. Für den Tag selbst macht man sich natürlich seine Gedankenspiele. Ein Besuch beim Mannschaftshotel wäre sicher eine Option gewesen. Angesichts dessen,  wie Kurve und Team in Heidenheim auseinandergegangen sind, hielt sich einerseits der Enthusiasmus vieler Leute in Grenzen, und andererseits konnte man sich auch nicht so sicher sein, wie das seitens der Mannschaft aufgenommen worden wäre.

Von Anfang an klar war hingegen, dass wir auf unsere Präsenz in London aufmerksam machen wollen. In diesem Fall dann eben dadurch, dass wir über 90 Minuten mit dem bereits aus Heidenheim bekannten Spruchband “We’re going to London anyway – Wembley calling – Fuck UEFA” vor dem Stadion zugegen waren. Während unsere Gesänge im Stadioninneren wohl nicht zu hören waren, erfuhr das Feuerwerk direkte mediale Aufmerksamkeit. Wir wissen nicht, ob die Vereine und Sicherheitsbehörden gerne unangekündigte Feuerwerke rund um die Stadien haben, die UEFA bettelt aber anscheinend förmlich um mehr von dieser guten Medizin. 

Genauso klar war es, dass natürlich viele Bayern-Fans aus allen Teilen der Fanszene nichts unversucht lassen würden, das Spiel trotz der UEFA-Auflagen im Stadion verfolgen zu können. Ob dank Trick 17 oder der finanziellen Brechstange ist dies am Ende auch einigen gelungen. Leider scheiterte hier der Versuch, sich zum Spielende nochmal zu sammeln und gemeinsam auf sich aufmerksam zu machen an einem dämlichen Zufall. Generell wurde auch recht deutlich, dass das Heimpublikum selbst zum Großteil überhaupt keinen Bock auf Gästefans hatte. Hier ähneln sich die Eindrücke der Stadiongänger, dass man das Arsenal-Publikum doch etwas unterschätzt hatte. Von Operettenpublikum fühlte sich niemand umgeben und beim gar nicht so library-liken Lautstärkepegel zwischen Ausgleich und Schlusspfiff wäre es ohnehin fraglich gewesen, ob wir uns Gehör hätten verschaffen können.     

Das Spiel selbst aber war natürlich ein Erfolg für uns. Nach der Anfangs-Viertelstunde zeigte die Mannschaft, dass sie durchaus zu einer deutlichen Leistungssteigerung gegenüber der Bundesliga fähig ist. Zugegebenermaßen hat uns Arsenal erst durch die Schlamperei in ihren Hinterreihen zurück ins Spiel gebracht, aber dann machten wir, aus einer defensiven Formation heraus, aus einem einseitigen Spiel eine Partie auf Augenhöhe mit dem Klassenprimus aus England.

Das macht viel Hoffnung für das Rückspiel am Mittwoch. Alles ist prädestiniert für eine europäische Nacht, die uns ein Stück näher an das Finale in Wembley führt. Dafür sind auch wir alle wieder gefragt, einen Beitrag zu leisten und Arsenal einen unangenehmen Empfang zu bescheren.

Spielerkult oder warum ich mich kaum noch für unsere Spieler interessiere… 

Der folgende Text stammt ursprünglich aus dem Jahr 2009 und erschien damals in einem Fanzine (ULTRAS!), welches von den Stadionverbotlern unserer Gruppe herausgebracht wurde. Entgegen der Befürchtung, die wir  in dem Text äußerten, hatten wir seitdem durchaus Glück mit einer Vielzahl an Spielern, die über einen sehr langen Zeitraum für unseren Verein aufgelaufen sind (Schweinsteiger, Robben, Lahm, Ribery) bzw. noch immer auflaufen (Müller), die eine Identifikation mit dem FC Bayern zeigten und noch immer zeigen und die so eine Generation von Fans geprägt haben. 

Der Text ist an manchen Stellen mit Sicherheit überholt und würde vom Autor heute vielleicht anders geschrieben werden. Dennoch, die Grundaussage des Textes gilt auch heute noch: Kein Spieler ist größer als der Verein, kein Spieler ist so wertvoll wie die Südkurve!

Gerne erinnere ich mich an meine Kindheitstage als Bayernfan zurück. Die Ausflüge mit meinem Opa und meinem Vater zu den Spielen des FC Bayern in der Nähe der Heimat und natürlich ins Olympiastadion. Meine Helden waren Hansi Pflüger, Klaus Augenthaler, Raimund Aumann, Roland Wohlfarth, Brian Laudrup, Bruno Labbadia, um nur einige zu nennen. Nach der Schule auf dem Bolzplatz oder beim Training in der Jugendmannschaft versuchten wir unser Bestes die Tore und Tricks unserer „Stars“ nachzuspielen. Zum Geburtstag wünschte ich mir nichts anderes als das neue Trikot des FC Bayern mit der Rückennummer meines Lieblingsspielers. Damals war das noch nicht so einfach wie heute. Eine Rückennummer auf dem Trikot war eine Rarität, an Spielernamen auf dem Trikot haben Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre noch nicht mal die Offiziellen der Vereine und des DFB gedacht. Bei jedem Besuch des Sportladens an der Ecke fragte ich nach, wann denn das neue Trikot kommt. Als ich das Trikot am Geburtstag geschenkt bekam, war ich einer der glücklichsten Menschen der Welt, den ganzen Tag rannte ich mit dem Trikot meines damaligen Helden durchs Haus. Heute bin ich 28 Jahre alt und habe, insbesondere in den letzten 10 Jahren, bezüglich der Entwicklung der Beziehungen unserer Spieler zu unserem Verein, sowie auch der Spieler allgemein zu dem traditionellen Volkssport Fussball beobachtet. Wir beim FC Bayern hatten in der jüngeren Vergangenheit sogar noch Glück mit relativ langjährigen Spielern in unseren Reihen: Mehmet Scholl, Oliver Kahn, Willy Sagnol, Bixente Lizarazu oder Hasan Salihamidzic blieben für diese schnelllebigen Fussballzeiten, in denen der moderne Fussball gefühlt von Monat zu Monat krasser wird, lange bei uns. Heutzutage sehe ich die Spieler nur noch als Angestellte des Vereins, sie bleiben meist zwischen zwei und vier Jahren an der Säbener Strasse. Ausnahmen gibt es kaum noch. Klar ist mal ein Spieler sympathischer, einer überzeugt durch Einsatz und Kampf oder ein Franck Ribery spielt sich mit dem Tor im Derby gegen die Blauen in unsere Herzen. Aber warum sollte man deshalb diese hoch bezahlten Fussballspieler verehren? Sie müssten normalerweise uns, die Fans in der Kurve verehren, die alles dafür geben jedes Spiel des FC Bayern, egal wann und wo es stattfindet, zu sehen und dort unsere Farben lautstark und kreativ zu vertreten. Dies ist aber heutzutage mehr als utopisch, die Millionäre leben in einer ganz anderen Welt. Teilweise kann ich auch die Spieler verstehen, sie werden täglich von hunderten Fans belagert, müssen allen Autogramme geben. Selbst beim Trainingslager, egal wo auf der Welt es stattfindet, wird geschrien wie zu besten Backstreet Boys Zeiten und die Kicker werden belagert. 

Aber wir Ultras sind anders, wir heben uns ab. Wir wollen keine Autogramme, wir wollen nur eines: Vollen Einsatz und Kampf bei jedem Spiel für unseren Verein, sie sollen stolz sein das Trikot unseres geliebten Vereins tragen zu dürfen! Nicht mehr, aber auch nicht weniger! Kein Spieler ist so wertvoll wie die Südkurve! Das Gefühl müssen sie haben. Sie schulden der Kurve, den wahren Fans, dass sie mit Leidenschaft spielen, denn wir feuern sie auch mit Leidenschaft an! WIR SIND DER FC BAYERN!“

Für uns gilt auch, egal wie die Spieler sich auf dem Feld präsentieren, wir als Kurve gehen weiter voran! Gerade in Zeiten, in welchen wir ab und an merken, dass die Anfeuerung die Mannschaft nicht erreicht, gilt es für uns, die rot-weißen Fahnen hochzuhalten. Wir singen nicht für die elf Spieler auf dem Platz, sondern für die Farben unseres Vereins, unserer Stadt und für die Südkurve München!

Ultras Bochum 99

Das Jahr 2024 hätte für den VfL aus Bochum durchaus schlechter starten können. Aus den ersten 5 Spielen konnten die Bochumer 6 Punkte holen, wobei nur das Derby bei den Schwarz-Gelben verloren ging. Ende Februar stand dann das Spiel gegen uns in Bochum an. Über das ganze Wochenende verbrachten viele Leute ihre Zeit in Bochum. Als Highlight stand am Samstagabend eine Party in der Bochumer Innenstadt an. Am Sonntag ging es dann gemeinsam zum Ruhrstadion, wo leider für uns nichts zu holen war und es eine bittere 3:2 Niederlage setzte. Danke trotzdem für das geile Wochenende und die gemeinsamen Stunden/Tage. Bayern und der VfL!

Nach dem überraschenden Sieg gegen uns, versank der VfL jedoch in ein tiefes Loch. So konnte man seither kein Spiel mehr gewinnen und es sprang auch nur ein Punkt im Spiel gegen den direkten Abstiegskandidaten aus Darmstadt heraus. Zu diesem Spiel fanden sich auch einige Personen aus der Südkurve München ein, nachdem wir am Vortag von einer großen Anzahl UB99 beim Spiel gegen Dortmund unterstützt wurden. Sportlich gesehen kann man eher von einem gebrauchten Wochenende sprechen, jedoch war es mal wieder schön, ein ganzes Wochenende gemeinsam zu verbringen. Wir möchten uns daher auch auf diesem Weg hier nochmal für alles bedanken! Am letzten Spieltag setzte es dann eine 2:1 Niederlage gegen den 1.FC Köln. Bis zur 90. Minute führte der VfL noch mit 1:0 und musste dann in der Nachspielzeit zwei überaus bittere Tor hinnehmen. Aufgrund dieser Negativserie steckt der VfL Bochum wieder mitten im Abstiegskampf und muss zudem noch ohne Trainer auskommen, da nach dem Köln-Spiel Thomas Letsch entlassen wurde. Es bleibt durchaus spannend, was sportlich an der Castroper Straße bis zum Saisonende passieren wird. Wir drücken die Daumen und hoffen natürlich auf einen Verbleib in der Bundesliga!

Von der Ostkurve gab es auch einige Aktionen in den letzten Spielen. Beim Derby in Dortmund leitete der Gästeblock die zweite Halbzeit mit einer Pyroshow ein. Im Spiel gegen den SC Freiburg hatte die Ostkurve eine Choreo vorbereitet. Diese stand ganz im Zeichen des Ruhrstadions mit seinem Standort an der Castroper Straße und so wurde sie, mit Hilfe von Folienschals, in das Farbmuster weiß blau weiß eingeteilt. Am Zaun wurden die Fluchtlichtmasten des Ruhrstadion abgebildet und dazwischen prangte der Spruch „DER VFL KOMMT VON DER CASTROPER STRASSE UND HIER SOLL ER AUCH BLEIBEN!“. Abgerundet wurde die Aktion mit viel Rauch, ebenfalls im Muster weiß blau weiß. Im Auswärtsspiel in Köln wurde der Gästeblock in die Farben Blau und Weiß geteilt und so erstrahlte der Unterrang in der Farbe Weiß und der Oberrang in Blau. Das ganze wurde durch den Spruch „BLAU WEISSER VFL BOCHUM“ abgerundet. 

Ein weiteres Thema beschäftigt die Ostkurve Bochum aktuell, denn es soll ab der Saison 2025/2026 ausschließlich digitale Jahreskarten geben. Vor allem der, anders als zugesagt, komplette Wegfall der analogen Option stößt Ultras Bochum dabei sauer auf. Mittels eines Spruchbands im Spiel gegen Darmstadt und einer veröffentlichten Stellungnahme auf ihrer Facebook-Seite „Blick in die Kurve“ forderten Sie den VfL auf, den Onlinewahn sofort zu stoppen. Die Stellungnahme könnt ihr unter folgendem Link nachlesen: Digitalen Wahn in Bochum stoppen –… – Blick in die Kurve | Facebook

Bayern & der VfL, Freunde für immer!

Was hier und da passiert

England

Etwas unter dem Radar der meisten Fans hierzulande laufen aktuelle Entwicklungen in der Premier League. Schon im vergangenen Jahr wurde das Vorhaben der britischen Regierung, eine unabhängige Regulierungsbehörde für die englische Profiliga zu schaffen, öffentlich. Die neuen Regelungen sollen unter anderem weitergehende Überprüfungen der Clubbesitzer, neue Lizenzierungsverfahren, die für eine nachhaltigere Finanzierung der Vereine sorgen sollen, und mehr Mitbestimmung der Fans ermöglichen. Zudem sollte die Behörde die Möglichkeit haben, Vereinen die Teilnahme an einer potentiellen Super League zu untersagen. Die Gründung der Behörde hat explizit zum Ziel, wieder mehr den Fan in den Mittelpunkt zu stellen. 

Dass dies der Premier League nicht gefallen würde, war absehbar, weshalb die Liga viel unternommen hat, um das Vorhaben der britischen Regierung zu vereiteln. Die Argumente ähneln denen der DFL, mit denen sie den Investoreneinstieg durchdrücken wollte: die Angst um die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Dass die Premier League die wohl auf Jahre unangefochtene Nummer eins in so ziemlich allen finanziellen Gesichtspunkten ist, fällt bei dieser Argumentation gerne mal hinten über. 

Nichtsdestotrotz scheint die Angst vor staatlicher Regulierung groß zu sein. So schaltete die Liga im London-Playbook-Newssender des Magazins „Politico“ eine große Werbeanzeige, die sich gegen eine Regulierungsbehörde richtet und sicher alles andere als günstig ist. Unter anderem argumentiert die Premier League mit ihrer angeblich wichtigen Rolle „für das Spiel“ und ihrem sozialen Engagement. 

Das Gesetzesvorhaben durchläuft aktuell den zweiten von fünf Schritten im britischen Gesetzgebungsverfahren.

Salzburg

Einige werden sich vielleicht an den September vergangenen Jahres erinnern, als es zum Aufeinandertreffen von Austria Salzburg und RB Salzburg im österreichischen Pokal kam. Da RB im Jahre 2005 die Lizenz von Austria übernahm und den Verein seiner Seele beraubte, gründeten Fans der Austria im selben Jahr ihren eigenen Verein, um die Geschichte der Austria weiterzuschreiben. Dieser Weg führte den Fanverein bis in die österreichische  Regionalliga und eben in den Pokal, der dem Verein dann die höchst emotionale Begegnung gegen RB bescherte. Um diesem Spiel den angemessenen Rahmen zu verleihen, führten die Austrianer eine Reihe von Aktionen durch, unter anderem auch eine Pyroshow. Bekanntermaßen verhängen die Verbände dafür drakonische Strafen und somit muss der Verein nun 34.000 € an den ÖFB überweisen. Viel Geld für die Austria, weshalb die Fanszene durch verschiedene Aktionen die Kosten für den Verein abfedern möchte. Unter anderem verkauft sie nun einen Film für 19,33 €, dessen Erlös zu 100% der Bezahlung der Pyrostrafe zugute kommt. Schaut also ruhig rein und unterstützt damit eine sinnvolle Sache. Hier findet ihr den Trailer und könnt den Film erwerben: https://davidvsgoliath.vhx.tv/

Karlsruhe

Kurioses gab es vergangene Woche aus Karlsruhe zu hören. Am 18.08.2023 gastierte der KSC in Wiesbaden, wobei die Fans von einem unerwartet großen Polizeiaufgebot empfangen wurden. Auch am Eingang fiel die Staatsmacht durch exzessives Filmen einzelner KSC-Fans unangenehm auf. So weit leider noch nichts ungewöhnliches. 

Im Februar diesen Jahres erhielten einige KSC-Anhänger dann Bußgeldbescheide, wobei insbesondere einer für Stirnrunzeln sorgte. So sollte ein Fan ein Bußgeld wegen eines 1312-Tattoos auf dem Oberschenkel bezahlen. Die Krux: Der Beschuldigte hat überhaupt kein Tattoo, das an den besagten Zahlencode erinnert. Folgerichtig wurde dem Einspruch gegen das Bußgeld stattgegeben und das Verfahren eingestellt. Wieder einmal scheint bei den zuständigen Beamt*innen die Lust, einem Fußballfan eins reindrücken, größer gewesen zu sein, als ordentlich den eigenen Job zu machen und erhobene Vorwürfe erst einmal zu prüfen. Die ganze Stellungnahme der Karlsruher Fanhilfe findet ihr hier: https://www.fanhilfe-karlsruhe.de/2024/04/07/ksc-fan-zu-unrecht-einer-ordnungswidrigkeit-beschuldigt/

Termine

Mittwoch, 17.04.2024 (21:00 Uhr): FC Bayern – FC Arsenal
Samstag, 20.04.2024 (18:30 Uhr): Union Berlin – FC Bayern
Samstag, 27.04.2024 (15:30 Uhr): FC Bayern – Eintracht Frankfurt