SKB Heidenheim 02.05.2026

Vorwort
FC Bayern München – VfB Stuttgart
Leverkusen – FC Bayern München
FSV Mainz 05 – FC Bayern München

Vorwort

Servus Bayernfans,

Wahnsinn – ein anderes Wort fällt mir zu den vergangenen Spielen nicht ein. Was die Spieler auf dem Rasen da aktuell abliefern, ist einfach nicht mehr normal. Das Spiel in Freiburg, die Begegnungen gegen Real, der Einzug ins Pokalfinale, die Aufholjagd in Mainz – die Mannschaft scheint einfach unermüdlich immer weiterzumachen und an sich zu glauben. Für die anstehenden Spiele gegen PSG scheinen sie gerüstet zu sein. Leider machen es der Dienstagstermin plus der Feiertag am Freitag nicht möglich, dass wir noch auf die Begegnung eingehen können. Hoffen wir, dass wir in Paris eine gute Ausgangsposition für den kommenden Mittwoch erspielt haben, um als Einheit die letzte Hürde auf dem Weg nach Budapest zu nehmen. Unmöglich erscheint momentan gar nichts mehr, selbst ein 0-3 Rückstand wird einfach noch gedreht. Wie gesagt, einfach der pure Wahnsinn.

Ach ja, Deutscher Meister wurden wir zwischendurch auch noch. Leider war der Tag aus Kurvensicht von einem Ereignis vor dem Spiel überschattet. Die von Bullen und Medien verbreitete und angeblich verabredete Hooligan-Schlacht gab es zwar nicht, dennoch mussten wir als Kurve an dem Tag eine Niederlage hinnehmen, weshalb bei vielen von uns nicht zwingend Feierstimmung angesagt war. Der Punkt geht an die Cannstatter Kurve, die leider aufgrund des folgenden Polizeieinsatz die Partie verpasste. Mal schauen, was im Nachgang noch auf beide Kurven zukommt, von Seiten der Polizei wird durch die gesteuerte Berichterstattung Druck aufgebaut, vermutlich mit dem Ziel, dass es viele Stadionverbote geben soll. Für die Mannschaft war es ein wenig schade, dass es bei uns an dem Tag nur mit angezogener Handbremse vonstatten ging. Waren wir in den letzten Jahren oft mit der Mannschaft und ihrem Verhalten gegenüber der Kurve nicht ganz zufrieden, befinden wir uns da aktuell auf einem positiven Weg.

Gegen den VfB geht es in knapp drei Wochen wieder, da stehen wir uns in Berlin gegenüber. Und da liegt es auch an uns, dass das Duell auf Rasen und Rängen an uns geht. Um nach Berlin zu kommen, musste es erstmal noch nach Leverkusen gehen. War mit Sicherheit einer unserer besseren Auftritte dort (und davon hatten wir in den letzten 14 Monaten genug), dennoch wäre nochmal ein bisschen mehr Euphorie aufgrund des ersten Finaleinzugs seit einigen Jahren angebracht gewesen.

Wie ein einziger Fiebertraum verlief die zweite Halbzeit in Mainz, die Kurve sang sich in einen kollektiven Rausch und über eine Stunden schallte „Wir holn die Meisterschaft“ durch das Stadion am Europakreisel. Das hat richtig viel Bock gemacht und war eine gute Einstimmung für den Saisonendspurt. Heute können wir uns nochmal ein bisschen locker warmsingen, ehe es am Mittwoch gilt: Mannschaft, Kurve, Stadion – alle sind gefragt, um den großen Traum weiterzuleben.

Vorwärts Südkurve!

Immer vorwärts FC Bayern!

FC Bayern München – VfB Stuttgart 4:2

„Stell dir vor du wirst Meister – und keiner kriegts mit“ Zugegeben, die Abwandlung des bekannten Anti-Kriegs-Slogans ist dann wohl doch ein wenig zu hoch gegriffen, aber ehrlicherweise gab es wohl kaum unspektakuläre Meisterfeiern als jene gegen den VfB aus Stuttgart. All dies mit der kompletten Abstumpfung zu erklären wäre zu einfach und doch lag und liegt der Fokus einfach in dieser Saison auf dem Europacup. In der Liga bot sich zu keiner Zeit eine ernsthafte Konkurrenz und wenn man mehrere Spieltage vor Ende schon den Tor-Rekord pulverisiert, ist die Messe halt schon früh gelesen. Führt man sich dann noch vor Augen, dass wir wenige Tage zuvor Zeug*innen einer der wohl krassesten Heimspiele der neueren Vereins- und Fußballgeschichte werden durften, dann ist die Behäbigkeit auf so einen Sonntagnachmittag vielleicht doch erklärbarer. Vielleicht erklärbar, aber deshalb nicht gleich entschuldbar, sondern im Gegenteil, mehr als ärgerlich ist die Behäbigkeit, mit der wir als Kurve vor dem Spiel in den Tag starteten. Für unser Selbstverständnis als Südkurve war dies mit Sicherheit einer der heftigeren Niederlagen der letzten Jahre. Ob sich nun manche Gelegenheiten aus purem Zufall, oder aus einer Dreistigkeit gepaart mit kaum vorstellbarem Glück ergeben, ist am Ende egal, das Resultat eines Punktgewinns für die Schwaben bleibt. 

Die im Nachgang teilweise schon ins Lächerliche ausufernden und herbeifantasierten Darstellungen der Ereignisse in diversen Medien lassen befürchten, dass das Nachspiel für die gekesselten Stuttgarter und andere noch etwas nerviger werden könnte. Dass diese aufgrund der – gefühlt auch etwas zu lang gezogenen – polizeilichen Maßnahme das Spiel verpassten und der größte Teil des Gästeblocks auch auf jegliche Art der Unterstützung verzichtete, verstärkte dann die oben beschriebene Behäbigkeit und Emotionslosigkeit des Nachmittags dann erst recht. So plätscherte das Spiel für den Großteil der Kurve vor sich hin. Hört sich für viele Außenstehende jetzt sicher etwas unverständlich an, aber so ist es eben manchmal. Zumindest gefühlt ist auch bei der Mannschaft der Fokus dann nach dem Spiel neben ein paar netten Erinnerungsfotos auch voll auf das Pokalspiel in Leverkusen und dem Europacup gegen Paris gewesen. Und das ist auch gut so! Es kribbelt und im Gegensatz zu den letzten Jahren scheint die Mannschaft diese Bezeichnung auch dieses Jahr wirklich zu verdienen und alle reißen sich endlich mal den Arsch für das ultimative Ziel auf. 

Wir hol’n den CUP!

Die Bilder vom Spiel

Leverkusen – FC Bayern München 0:2

Unser erstes Pokal-Halbfinale seit 7 Jahren. Eigentlich ein Grund zur Vorfreude. Wenn man dann aber innerhalb von 5 Wochen das zweite Mal Richtung Leverkusen tingeln darf, und vorher wie nachher keine Woche mehr zum Durchatmen bleibt, ist das der Vorfreude auf ein Pokal-Halbfinale nicht ganz zuträglich. Immerhin ging es aber um das berechtigte Ticket für das Pokalfinale in Berlin, das wir als Südkurve ebenso lange nicht mehr begleiten konnten. 

Die knapp 5h Fahrt wurden heute per Pkw zurückgelegt, ehe uns am Bayerkreuz die Sonne empfing und wir die letzten Meter zu Fuß bzw. S-Bahn Richtung Gästeblock absolvierten. Während die Heimseite ihre Mannschaft schon auf dem Weg zum Stadion in Empfang nahm, merkte man schon, dass unser Fokus doch sehr von den Erwartungen auf der internationalen Bühne geprägt, wir dementsprechend schon einige Kilometer auf dem Tacho hatten und der 23. Mai ohnehin schon im Kalender eingetragen war. Ein wirkliches Bewusstsein darüber, dass es dafür noch einen Sieg gegen eine Mannschaft braucht, die in den letzten Jahren immer mal wieder unangenehm zu bespielen war, kam erst mit Spielbeginn auf und so startete die Südkurve dem Spiel angemessen in die Partie – gute Mitmachquote in den Nebenblöcken und Lautstärke wie Bewegung in unseren Bereichen des Gästeblocks.

Nach dem 1:0 wurde dann aus dem sehr guten Start ein eher guter Auftritt, über den wir gar nicht meckern wollen. Während die restliche erste Hälfte ein wenig vor sich dahin plätscherte und die Mannschaft das Spiel größtenteils dominierte, gab es in der zweiten Hälfte durchaus Momente, die die Heimmannschaft hätten wieder ins Spiel zurückbringen können. Auch der Gästeblock nahm das zur Kenntnis und konnte dementsprechend noch einige gute Phasen verzeichnen, die dem Spielverlauf angemessen waren. Besonders das zum ersten Pokalspiel dieser Saison eingeführte Lied zu ‚I was made for Lovin‘ you‘ schallte entsprechend Richtung Spielfeld. Dennoch mussten wir uns bis zur 90. Minute gedulden, in der ein Konter das besungene nächste Tor zur Folge hatte und unser erstes Pokalfinale seit 2019 sicherte.  So fahren wir (endlich mal wieder) nach Berlin. Dies nahmen wir zum Anlass, noch etwas in der Liederkiste zu wühlen, wo wir abschließend mit einem alten Klassiker fündig wurden. Zur Melodie von ‚Rivers of Babylon‘ wurde die Marschrichtung für die nächsten Wochen, sowohl für die Mannschaft auf dem Rasen als auch für uns auf den Rängen, vorgegeben. Auf letzterem unterstützten uns auch heute wieder einige Freund*innen aus Bochum und Hamburg – schön, dass ihr dabei wart. 

…den Pokal, den holen wir noch einmal!

Fotos aus Leverkusen

FSV Mainz 05 – FC Bayern München 3:4

Was war das denn? Das war auf so vielen Ebenen schon ein verrückter Nachmittag. Aber der Reihe nach. Nach der Meisterschaft und dem Einzug ins Pokalfinale, stand mit Mainz ein Gegner auf dem Programm, der bei den meisten von uns sicherlich eher die Reaktion des Schulterzuckens hervorruft: oft gewesen; mal gute, mal schlechte Auftritte; eine Kurve, der viele eher gleichgültig gegenüberstehen – durchschnittliches Bundesliga-Auswärtsspiel eben. Der Fokus liegt – und da braucht man sicher niemandem etwas vormachen – auf den kommenden Wochen.

Während die letzten Jahre, bei selbiger Anstoßzeit, häufig auf die Anreise per Zug zurückgegriffen wurde, entschied man sich heute für den Bus. Die Fahrt verlief entspannt, sodass man mit ausreichend Puffer die anwesenden Freund*innen aus Bochum in Empfang nehmen konnte. Vielen Dank für eure erneute Anwesenheit. Die Laissez-faire Haltung der ersten Zeilen dieses Artikels legte auch die Mannschaft an den Tag und startete dementsprechend in die Partie. So stand nach 45 Minuten ein 3:0 für den Gastgeber auf der Anzeigetafel und so wirklich realisierten die meisten, was da gerade auf dem Platz passiert war, wahrscheinlich erst, als zum dritten Mal das Mainzer Karnevalsgedudel aus den Lautsprechern schallte. Der Gästeblock hatte trotzdem seinen Spaß und so war die erste Hälfte ein lockerer und spaßiger Auftritt, der sicherlich zu den besseren im hiesigen Gästeblock zählen dürfte.

In der Halbzeitpause wurde dann das in Leverkusen wiederentdeckte Lied ‚Wir hol’n die Meisterschaft‘ zu Rivers of Babylon hervorgekramt, mit dem die zweite Hälfte unverändert locker startete. Nachdem die Mannschaft nach circa 10 min in Halbzeit zwei mit dem Anschlusstreffer in die Partie zurückfand, realisierte man, dass da vielleicht auch noch was gehen könnte und der*die ein oder andere kam ins Grübeln, ob nun der Zeitpunkt für ein anderes Lied wäre. Zum Glück verflogen diese Gedanken schnell wieder und bescherten uns einen der enthusiastischsten Halbzeiten der jüngeren Vergangenheit. Ein Lied über die komplette Halbzeit, Bewegung in den verschiedensten Bereichen des Gästeblocks und eine Mannschaft, der kein Rückstand mehr zu groß zu sein scheint, machten aus einem durchschnittlichen Spieltag eine Freakshow vom Feinsten. So dürfte keiner*m nach dieser zweiten Hälfte mehr aus Kopf gehen: „Wir hol’n die Meisterschaft, und den Europacup, und den Pokal, den hol’n wir noch einmal!“

Auch die Mannschaft genoss nach dem Spiel noch einige Minuten das Treiben im Gästeblock und stimmte mit ein. Mit dieser Geschlossenheit kann es gern weitergehen. Da diese Geschlossenheit bekannterweise auch alle miteinschließt, die ihre Samstag-Nachmittage nicht mit uns in den Stadien dieser Republik verbringen dürfen, schickten wir auch heute entschlossene Grüße vor die Stadiontore. Denn einziger Wermutstropfen dieses Spieltages ist, dass der Kreis unserer Diffidati mit dem heutigen Tag größer wurde. Ob Repressionen oder Widerstände, ihr seid nie allein – Ausgesperrte immer bei uns!