SKB Dortmund 31.10.2026

Vorwort
Viking FK – FC Bayern München
FC Bayern München München – RB
FC Bayern München – FC Arsenal
SC Freiburg – FC Bayern München

Servus Bayernfans,

Spitzenspiel zuhause gegen den BVB – die beiden ungeschlagenen Mannschaften der Bundesliga gehen punktgleich in den Spieltag. Nach den beiden Siegen gegen RB und Freiburg sind wir wieder Spitzenreiter und die Tabellenführung gilt es heute zu verteidigen. Die Partie gegen die Dortmunder Borussia wurde vor einigen Jahren ja zum deutschen Klassiker hochgejubelt. Aus Kurvensicht natürlich sportlich oft ein wichtiges Spiel, aber der Hype, der drumherum gemacht wurde, war für uns nicht immer nachvollziehbar. Da elektrisieren andere Gegner dann doch nochmal ein bisschen mehr.

Sportlich weniger erfolgreich waren wir bislang in Europa unterwegs: ein Sieg, zwei Unentschieden – da wären drei Punkte in Madrid wichtig, um im Februar die Playoffs zu vermeiden. Der Mannschaft schaden zwei spielfreie Wochen im Februar mit Sicherheit nicht und auch unser Urlaubs- und Bankkonto freut sich, wenn es kein weiteres Auswärtsspiel geben würde.

Da das Pokalspiel zu Redaktionsschluss noch nicht gespielt war, ist für uns der Ausgang noch unbekannt. Ihr wisst beim Lesen dagegen, ob wir weiter auf Kurs Richtung Berlin sind oder am Mittwochabend eine große Überraschung erleben müssen.

Nachdem im Oktober die Auswärtsspiele ein wenig das Sorgenkind der Kurve waren, lief es in Freiburg deutlich besser. Schöne Choreo zu Spielbeginn und eine von Minute eins gut aufgelegte Kurve, sorgten für einen coolen Fußballabend und somit war aus Sicht des FC Bayern eigentlich alles gut. Dass die Mannschaft dabei ohne ihren Trainer auskommen musste, haben alle mitbekommen. Wie lange Kompany noch fehlen wird, ist unklar, wir hoffen natürlich alle auf eine schnelle Genesung und baldige Rückkehr. Uns liegt es ja oftmals fern, Spieler oder Trainer auf ein Podest zu heben, denn letztlich steht unser Verein, die rot-weißen Farben und seine Historie an erster Stelle. Spieler und Trainer kommen und gehen bekanntlich und da fällt es oft schwer, eine gewisse Identifikation aufzubauen. Vincent Kompany hat es in den fast 2,5 Jahren jedoch geschafft, fast alle Bayern-Fans zu überzeugen. Dies mit Sicherheit nicht nur wegen seiner sportlichen Erfolge, sondern vor allem wegen seines Auftretens. Daher schickten wir in Freiburg Genesungswünsche ins Krankenhaus.

Die Südkurve zeigte bei den Heim-Auftritten phasenweise, welches Potential in ihr steckt und konnte den positiven Eindruck, der in den letzten Südkurvenbladdl beschrieben wurde, aufrechterhalten. Da wollen wir natürlich jetzt nicht nachlassen, sondern weiter die Richtung vorgeben!

Vorwärts Südkurve!
Immer vorwärts FC Bayern!

Europapokal in Norwegen! Dass dieses Auswärtsspiel für viele das Highlight der diesjährigen Liga-Phase sein würde, muss ich vermutlich niemandem erklären. Zuletzt gastierte der FC Bayern im November 2000 bei Rosenborg Trondheim, damals trennte man sich mit 1:1. Dementsprechend dürfte es für die meisten das erste Mal mit Bayern in Norwegen gewesen sein – und für mich sogar der erste Besuch in Norwegen überhaupt. Insgeheim hatte ich ja eigentlich auf Bodø gehofft, schließlich stehen dort die Chancen auf Nordlichter noch einmal deutlich besser. Aber gut, das ist dann wohl Jammern auf sehr hohem Niveau.

Nach unserem Spiel in Augsburg schwärmten bereits am Sonntag die ersten Reisegruppen in Richtung Norden aus. Wie üblich wurden dabei die unterschiedlichsten Anreisewege gewählt. Während sich der Großteil für das Flugzeug entschied, machte sich auch ein eiserner Bus auf den Weg nach Stavanger. Die ursprünglich angesetzten 20 Stunden Fahrzeit erwiesen sich allerdings als etwas optimistisch und so wurden daraus am Ende wohl eher 30 Stunden. Respekt an dieser Stelle an alle Beteiligten!

Für mich ging es am Montagmorgen zunächst nach Oslo, wo ich auf meine Reisegruppe traf, die bereits am Sonntag angereist war. Da wir nicht nur das Stadion, sondern auch ein bisschen vom Land sehen wollten, entschieden wir uns für einen Mietwagen und die Fahrt über Kristiansand nach Stavanger. Insgesamt lagen damit rund acht Stunden Autofahrt vor uns. Schon auf den ersten Kilometern zeigte sich, dass sich diese Entscheidung definitiv gelohnt hatte. Die norwegische Landschaft mit ihren unzähligen Seen, Wäldern und Fjorden ist wirklich beeindruckend und ließ auch die längere Fahrt recht kurzweilig werden.

Den ersten Abend verbrachten wir schließlich in Kristiansand, einem kleinen Hafenstädtchen an der Südküste Norwegens. Nach einer kurzen Erkundungstour stand natürlich die Suche nach einer geeigneten Lokalität auf dem Programm. Wer schon einmal in Norwegen war, dürfte wissen, dass die dortigen Bierpreise nicht unbedingt zum ausgedehnten Kneipenbesuch einladen. Umso erfreulicher war es, dass wir tatsächlich einen Pub auftreiben konnten, in dem das Bier für „lediglich“ 5,20 Euro, also quasi umsonst für die Norwegischen Bierpreise, ausgeschenkt wurde.

Am Dienstag hieß es dann früh raus, schließlich lagen noch gute 3,5 Stunden Fahrt vor uns. In Stavanger angekommen, machten wir uns recht zügig auf den Weg zu einer weiteren Reisegruppe, welche bereits am Vortag in Stavanger angekommen war. Gemeinsam ging es anschließend auf eine kleine Erkundungstour durch die Stadt. Stavanger liegt an der norwegischen Südwestküste und zählt rund 150.000 Einwohner. Besonders die Altstadt mit ihren weißen Holzhäusern sowie die kleinen Gassen und der Hafen verleihen Stavanger einen durchaus sehenswerten Charme. Dazu kommen zahlreiche Bars und Kneipen, die bei den norwegischen Getränkepreisen allerdings auch schnell zum finanziellen Ruin führen können. Da uns das Wetter nicht unbedingt zu einer ausgedehnten Stadtbesichtigung einlud, verzogen wir uns nach einiger Zeit in einen Irish Pub. Dort wurde sich noch einmal ordentlich gestärkt, bevor es auch schon zum vereinbarten Treffpunkt ging.

Nach dem obligatorischen Gruppenfoto machte sich der gesamte Haufen gemeinsam mit dem Zug auf den Weg zum Stadion. Die letzten Meter vom Bahnhof zur Arena führten uns dann über einen ziemlich aufgeweichten Matschweg. Hier wären Gummistiefel vermutlich die deutlich bessere Schuhwahl gewesen. Der Einlass gestaltete sich zunächst relativ entspannt und so schafften es letztlich auch alle, die vor Ort waren, ins Stadion.

Ich muss an dieser Stelle ehrlich zugeben, dass ich mich im Vorfeld kaum mit der Fanszene von Viking Stavanger beschäftigt hatte. Entsprechend gering waren auch meine Erwartungen. Ich rechnete mit einer eher kleinen Szene und einem überschaubaren Auftritt. Der Heimblock hinter dem Tor war jedoch schon früh gut gefüllt und spätestens beim Aufwärmen der Mannschaften wurde deutlich, dass die Norweger an diesem Abend einiges vorhatten. Bereits hier gelang es der Heimkurve, große Teile des Stadions mitzunehmen und einen ersten Vorgeschmack auf die kommenden 90 Minuten zu geben.

Zum Einlaufen der Mannschaften präsentierten die Heimfans dann eine Choreografie, welche die Silhouette der Stadt zeigte. Darunter war der Spruch „BYEN SOM E KJENT FOR OLJA OG SILD“ zu lesen, was übersetzt so viel bedeutet wie „Die Stadt, die für Öl und Hering bekannt ist“. Naja, was soll man sagen. Mich persönlich hat das Ganze jetzt nicht unbedingt vom Hocker gehauen. Aber gut, Öl und Hering scheinen hier eben einen besonderen Stellenwert zu genießen. Dass es für Viking Stavanger ein ganz besonderes Spiel war, dürfte dabei außer Frage stehen. Immerhin das erste Europapokal-Heimspiel seit 1992. Die Heimkurve präsentierte sich von Beginn an äußerst lautstark und schaffte es immer wieder, das restliche Stadion mitzureißen. Besonders beeindruckend war dabei die Mitmachquote, die über weite Strecken wirklich bemerkenswert hoch war. 

Für uns im Gästeblock entwickelte sich der Abend dagegen zu einer doch ziemlich undankbaren Angelegenheit. Unser eigener Auftritt war insgesamt eher so naja. Zwar ging es schon immer wieder in die richtige Richtung, wirklich durchsetzen konnten wir uns allerdings kaum.  Natürlich spielte dabei auch der Spielverlauf eine nicht so ganz unwesentliche Rolle. Bereits nach zwei Minuten lag der Ball zum ersten Mal in unserem Tor und spätestens mit dem 2:0 kurz vor der Halbzeit war die Stimmung im Gästeblock entsprechend bedient. Was unsere Mannschaft in der ersten Hälfte auf den Rasen brachte, war für einen vermeintlichen Pflichtsieg jedenfalls deutlich zu wenig. Spielerisch ging bei uns über weite Strecken herzlich wenig zusammen, während die Gastgeber ihre Chancen konsequent nutzten.

Nach der Pause schafften es die Bayern dann immerhin, sich etwas zusammenzureißen. Durch einen Doppelpack von Harry Kane konnte man zunächst ausgleichen, ehe Luis Díaz in der 71. Minute tatsächlich noch die 3:2-Führung erzielte. In dieser Phase gelang es uns dann auch endlich, uns im Gästeblock etwas Gehör zu verschaffen. Für einige Minuten konnte man die eigene Stimmung tatsächlich einmal deutlicher wahrnehmen und der Heimkurve etwas entgegensetzen. Nach dem Platzverweis gegen Olise waren die Gastgeber wieder am Drücker und belohnten sich in der 90. Minute mit dem 3:3-Ausgleich. Ein Ergebnis, mit dem vor der Partie wohl die wenigsten gerechnet hatten, das angesichts der gezeigten Leistung unserer Mannschaft aber auch nicht wirklich unverdient war. Im Großen und Ganzen also sowohl von der Mannschaft als auch von uns ein sehr ausbaufähiger Abend. Aber bis zum Finale in Madrid haben wir ja noch ein bisschen Zeit 😉

Nach dem Spiel ging es für uns wieder zurück in die Innenstadt, wo wir den Abend in den bekannten Pubs ausklingen ließen bis die Busfahrer*innen ihre Heimreise antraten. Für meine Reisegruppe stand am nächsten Morgen dann auch schon wieder die Rückfahrt nach Oslo auf dem Programm. Da wir uns allerdings noch etwas Zeit genommen hatten, um die norwegische Landschaft zu genießen, verbrachten wir die letzte Nacht in einer ziemlich abgelegenen Waldhütte mitten im Nirgendwo, auch hier zeigte sich noch einmal, was Norwegen landschaftlich alles zu bieten hat.

Am Donnerstag ging es schließlich mit dem Flieger zurück nach München, wo das Derbywochenende gegen den kleinen Giesinger Verein bereits in den Startlöchern stand.  Abschließend noch ein großes Dankeschön an unsere Freund*innen aus Bochum, Jena und Hamburg.

Hier gibt es die Bilder vom Trip nach Norwegen

Zugegeben: Ich habe mich in der Vergangenheit schon mal weniger auf ein Bundesliga-Spiel gefreut. Warum? Weil ich bereits ahnte, dass die Mannschaft es sich nach zwei Unentschieden in Folge nicht nehmen lassen würde, mal wieder ein deutliches Zeichen an die Konkurrenz zu senden. Und auch für uns als Südkurve galt es, etwas Wiedergutmachung zu betreiben nach zwei ausbaufähigen Auftritten in Augsburg und Stavanger. In meiner Wahrnehmung gelang uns das insgesamt auch recht gut. Der Start ins Spiel war solide: Mit Kiss Him Goodbye erreichten wir nicht nur eine gute Lautstärke, sondern brachten auch ordentlich Bewegung in die Kurve. Die Mannschaft tat es uns gleich, dominierte die Partie von Beginn an und entschied das Spiel bereits zur Halbzeit mit einer hochverdienten 3:0-Führung.

Dass auf dem Rasen gerade das Bundesliga-Topspiel stattfand, war ob unserer kompletten Überlegenheit gegenüber RB nicht zu erkennen. Positiv fiel mir mit Blick auf den Rest des Stadions heute die Bereitschaft zum Mitmachen auf: Sowohl das Aufstehen mit anschließendem Singen als auch das Einklatschen funktionierten sehr gut. Gerne immer so! Da auf dem Rasen früh die Entscheidung gefallen war, konnten wir unseren Fokus gesanglich etwas auf das am nächsten Tag folgende Amateure-Derby richten. So machte „Münchens wahre Liebe“ noch ein bisschen mehr Spaß als sonst!

Allgemein würde ich uns an diesem Tag einen guten Flow zuschreiben, der Mitte der zweiten Halbzeit leicht abflachte, aber gegen Ende nochmal zum Vorschein kam. Besonders „Wenn ich nachts nicht schlafen kann“ blieb mir in positiver Erinnerung und „Heißer Sand“ ging in der herbstlichen Münchner Abendstimmung leicht von den Lippen.
Zusammen mit drei weiteren Toren unserer Mannschaft war das nicht nur von beiden Akteuren die richtige Reaktion zum richtigen Zeitpunkt, sondern alles in allem ein erfolgreicher und kurzweiliger Spieltag! Diesen beschlossen wir am späten Abend mit einem Spaziergang durch die Münchner Innenstadt, untermalt von Gesängen und Pyrotechnik, um zu zeigen, wer die Nummer Eins der Stadt ist.

Münchens wahre Liebe, FCB!

Hier findet Ihr die Bilder vom Spieltag

Mit „Was andere träumen, das leben wir!“ besingen wir gerne mal unseren Lifestyle als Fans des FC Bayern. Während der deutsche Durchschnittsultra nach einer langen Saison mit 34-36 Spielen die Sommerpause herbeisehnt, haben bei uns nicht wenige gute 50% mehr Spiele geschrubbt und dabei dann im besten Falle noch neue Länder, Kulturen und Stadien kennengelernt. Während wir also in Norwegen, Spanien oder Italien einen Kurzurlaub einlegen, hocken die ganzen anderen daheim und träumen davon, auch einmal in Europa spielen zu dürfen. Naja, und manchmal ist es eben andersherum und wenn die anderen gemütlich daheim vor der Glotze hocken dürfen, müssen wir ran und uns nach Fröttmaning quälen. Ich weiß gar nicht, ob das allen so ging, aber nach dem Auswärtsspiel in Norwegen, dem Wochenende mit Profiheimspiel sowie kleinem Derby und räudigem Herbstwetter war das mal wieder ein Spiel, bei dem letztere Sichtweise überwog. Dazu dann noch ein Gegner, von dem auf den Rängen nichts zu erwarten ist und dem man im letzten Jahrzehnt eh schon oft genug gegenüberstand. Immerhin sportlich war etwas Spannung versprochen.  

Somit spare ich mir auch jegliche kreativen Überleitungen und gehe direkt ins Spiel. Anders als eigentlich gewohnt, gestalteten sich die ersten 30 Minuten recht zach, wobei es dann zum Ende der zweiten Hälfte parallel zu den Geschehnissen auf dem Platz nochmal bergauf ging. Was würden wir eigentlich ohne den Kane machen? Der Anspruch sollte eigentlich sein, dass wir die Mannschaft zum Tor treiben und nicht selbst vom Tor angetrieben werden, aber ehrlich gesagt finde ich das jetzt auch keinen Beinbruch sich einzugestehen, dass manchmal einfach nicht der Tag der Tage ist. Davon ausnehmen würde ich allerdings die unteren Reihen. Es muss nicht immer der absolute Psychosenauftritt sein, aber zumindest etwas Körperspannung, Ernsthaftigkeit und ordentliches Mitsingen muss man dann doch erwarten und auch verlangen dürfen von denjenigen, die sich Motor der Kurve schimpfen. In Hälfte zwo lief der Motor dann etwas heißer, wobei es für einen guten Auftritt nicht mehr reichte. Der Vollständigkeit halber sei aber auch erwähnt, dass andere Stimmen aus anderen Ecken der Kurve deutlich positiver gestimmt waren als ich es jetzt hier darstelle. 

Mehr zu feiern gab es zu Spielbeginn. Die Südkurve gratulierte der Service Crew München zu ihrem 40. Jubiläum. Wer die Geschichte der SCM kennt, weiß, dass ihre Mitglieder – heute unvorstellbar – sowohl Rote als auch Blaue waren und über die Vereinsgrenzen hinweg gemeinsam für die Stadt eingetreten wurde. Ein Spruchband für diese Truppe – und damit ja in letzter Konsequenz eben auch ein Spruchband für den blauen Teil der SCM – dürfte für den ein oder anderen Außenstehenden nicht unbedingt selbstverständlich gewesen sein, war uns als Kurve aber ein wichtiges Anliegen, um einem nicht unwesentlichen Teil unserer Fanszenen-Geschichte den verdienten Tribut zu zollen. Ansonsten gibt es gar nicht so viel Interessantes zu berichten. Die nächsten Wochen werden sowohl auf als auch neben dem Platz mit den Spielen gegen den FC Magdeburg, in Madrid sowie beim HSV das ein oder andere Highlight für uns bereithalten – ölt die Stimmen, damit der Motor wieder auf Hochtouren läuft, wenn es drauf ankommt!

Hier findet Ihr die Bilder vom Spiel

Normalerweise gilt ja die Faustregel: hat man keine Gesprächsthemen mehr, bleibt einem immer noch das Wetter. Keine Sorge, Themen über die es zu schreiben lohnt, gab es an diesem Sonntagnachmittag genug, aber dennoch soll ein kurzer Verweis aufs Wetter hier nicht fehlen. Wurden wir gefühlt die letzten Jahre egal zu welcher Jahreszeit in Freiburg mit gutem Wetter begrüßt, präsentierte sich der Flughafenparkplatz mit angeschlossenem Stadion in diesem Jahr grau und mit Nieselwetter. Was gibt’s da also besseres als dem vermeintlichen Spitzenspiel der bisherigen Saison ein wenig Farbe in Form einer schicken Choreo einzuhauchen? Richtig, herzlich wenig und wenn sich dann mit einem der größten Triumphe der Vereinsgeschichte auch noch ein passendes Jubiläum als Thema anbietet, kann so ein grauer Sonntagnachmittag Ende Oktober doch zu einer spaßigen Veranstaltung werden. Schließlich jährt sich im November der Gewinn des Weltpokals gegen die Boca Juniors zum 25. Mal, ein Sieg der mit Sammy Kuffours Tor im Tokioer Nachthimmel den Abschluss eines historisches Jahres 2001 für unseren Verein bildete. Spätestens seit diesem Tag ist unser FC Bayern ohne Frage eine Weltmacht, ein Fakt, der auch den Breisgau-Brasilianern nochmal deutlich vor Augen geführt werden sollte.

Zum neuen Stadion der Freiburger gehen die Meinungen sicherlich auseinander, der Charme des alten Gästeblocks ist natürlich verloren, das Umfeld ebenso, aber man ist ja mittlerweile genügsam geworden. Ganz verkehrt ist der Gästeblock ja nicht und die letzten Jahre konnten auch immer öfter die Bayernfans im Oberrang einbezogen werden. Also zeitig rein, Choreo aufgebaut und dann doch nochmal kurz innegehalten und unserem Trainer per Spruchband viel Kraft gewünscht. Kompany hat sich in doch verhältnismäßig kurzer Zeit viel Respekt und Sympathie erarbeitet und wahrhaftig alles für unseren Verein gegeben. Möge er hoffentlich recht bald wieder auf die Beine kommen! 

Trotz Ekelwetter und etwas Wind konnten dann rechtzeitig zum Einlaufen alle Anwesenden von der Weltmacht FC Bayern lesen und eine Blockfahne von Sammy Kuffour mit dem Weltpokal zog sich über beide Ränge. Der Schal, den Sammy seinerzeit um den Hals hängen hatte und der sich nun auch wieder auf der Blockfahne fand, hatte er seinerzeit von einem Bayernfan in Tokio auf der Laufbahn geschenkt bekommen. Dass dieser Bayernfan nun 25 Jahre später als Mitglied unserer Gruppe freudig grinsend die Blockfahne über sich hochziehen konnte, rundete die Geschichte zusätzlich ab. Wer genau hinschaut, erkennt dabei auch, dass der Aufnäher des Balkenschals ebenso zeitlos geblieben ist.

Ähnlich unserer Mannschaft startete auch der Gästeblock gut ins Spiel und zeigte sich eigentlich über die kompletten 90 Minuten gut aufgelegt. Mit Sicherheit schauten manche auch einen Ticken häufiger mal aufs Feld, aber relativ schnell schlich sich das Gefühl ein, dass das sportlich eine saubere Nummer werden sollte. Der Fokus konnte also gut auf den Tifo gelegt werden und gerade diverse Pogoeinlagen in der ersten Halbzeit bereiteten gut Freude. Alles in Allem also ein runder Auftritt, der dann auch noch mit einem Sieg – der ansatzweise souverän über die Zeit gerettet wurde – abgerundet werden konnte.

Rund feierte man auch auf Freiburger Seite, die Choreo zu 10 Jahren Freiburg Asozial war dann gepaart mit etwas wildem Raucheinsatz dann doch aber eher sozialverträglicher Natur. Über Stil lässt sich ja bekanntlich streiten. Vernehmen konnte man die Heimseite – sicherlich auch aufgrund des eigenen Auftritts – eher selten, auch wenn zumindest die optische Neuausrichtung mit den Gruppenzaunfahnen ein deutlicher Schritt nach vorne ist. Schnellen Schrittes ging es dann auch die paar Meter nach dem Spiel Richtung Abfahrt, schließlich sollten wenige Tage später schon wieder die selbsternannten Größten der Welt anrücken, eine Annahme, über die eine Weltmacht wie unser Sammy nur müde lächeln kann. Die Nummer 1 der Welt sind wir!

Die Bilder vom Spiel findet ihr hier