ProFans verurteilt Repressalien gegen Gästefans

Mit Verärgerung reagiert ProFans auf Maßnahmen, die Gästefans ausschließen, wie bei der Begegnung des VfL Osnabrück gegen Preußen Münster, oder wie am letzten Wochenende zum Spiel des 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach nur unter repressiven Auflagen zulassen. Da seitens des DFB bereits angekündigt wurde, ähnliche Maßnahmen auch in den Rückspielen anzuwenden, fordert ProFans als Bündnis aktiver Fans und Fangruppen nicht nur die Aufhebung der für die Rückspiele geplanten Einschränkungen, sondern generell die Abschaffung derartiger Praktiken.
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Erklärung der Schickeria München

Erklärung zu den gegen Mitglieder unserer Gruppe in einigen Medien verbreiteten Vorwürfen in Zusammenhang mit dem Spiel FC Bayern – 1. FC Nürnberg am 13.04.2013

In der Berichterstattung über einige Gerichtsverfahren im Kontext der Vorfälle rund um oben genanntes Spiel von vor über eineinhalb Jahren werden Behauptungen verbreitet, die wir nicht mehr unwidersprochen stehen lassen wollen.
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Artikel, Texte, Hintergründe II

Bericht aus dem Südkurvenbladdl zum Verbot der Gruppen aus der VA 2010:

Erschreckende Meldungen erreichen uns aus Frankreich. Wegen des Todes eines PSG-Fans nach Ausschreitungen zwischen Fans des Pariser Clubs untereinander sollen sieben Ultras-Gruppen vom Innenministerium verboten werden. Dabei handelt es sich um Supras Auteuil, Authentiks und Grinta von Paris Saint-Germain, Brigade Sud vom OGC Nizza, Butte Paillade 91 und Armata Ultras von HSC Montpellier und Cosa Nostra von Olympique Lyon. Bereits vor zwei Jahren wurde die Pariser Gruppe Bolougne Boys wegen des Zeigens eines beleidigenden Spruchbands (!) und die Faction Metz wegen Ausschreitungen vom Innenministerium aufgelöst. Das Ganze ist ein ungeheuerlicher Vorgang, den man sich erst einmal gar nicht vorstellen kann. Inwieweit stehen diese Verbote in einem Zusammenhang mit dem Tod des PSG-Fan oder dient dieser auf schändliche Weise nur als Vorwand. Es stellt sich – neben dem Erstaunen über die neue Dimension der staatlichen Gewalt – die Frage, wie ein solches Verbot ausschauen soll. Deswegen wollen wir an dieser Stelle ausführlich die Hintergründe beleuchten. Zu diesem Zweck haben wir unter anderem ein Gespräch mit einem Mitglied der Coloniacs geführt, der uns einige Einblicke gewährt. Die Kölner Ultras unterhalten seit einigen Jahren Kontakte zu den Gruppen aus der Virage Auteuil. Weiterlesen

55 Stadionverbote für die Südkurve

In den letzten Tagen haben 55 Einschreiben mit Stadionverboten zum Teil bis Mitte 2015, zum Teil bis Mitte 2016, ausgesprochen von Angestellten des FC Bayern, Fans aus der Südkurve erreicht. Begründet werden diese mit Auseinandersetzungen zwischen Bayern- und Club-Fans vor dem letzten Derby. Betroffen sind Mitglieder verschiedener Gruppen und junge, unorganisierte Fans. Besonders unverschämt sind die Stadionverbote für viele junge Fans, deren Personalien lediglich aufgeschrieben wurden, ohne dass überhaupt ein Strafverfahren eröffnet ist. Aber auch gegen die anderen Fans besteht lediglich ein Anfangsverdacht. Solche Erfahrungen sowie die Missachtung von Unschuldsvermutung und Datenschutz-Grundsätzen haben das Vertrauen von Fußballfans allgemein und den aktiven Fans aus der Südkurve München speziell in den Rechtsstaat und seine Institutionen nachhaltig zerstört. Weiterlesen

Änderung der Auswärtsdauerkarten zur Saison 2013/2014

Die meisten haben es sicher mitbekommen, aus fadenscheinigen Gründen ändert die FC Bayern AG die Auswärtsdauerkarten nach dem Gießkannenprinzip und nimmt seinen treuesten Fans die Auswärtsdauerkarte für die Spiele im Europapokal sowie DFB-Pokal weg. Einen Leserbrief eines Auswärtsdauerkartenbesitzers aus dem Münchner Merkur vom 14.07. dazu wollen wir Euch nicht vorenthalten: Weiterlesen

Artikel, Texte, Hintergründe

Die Fraktion von „Bündnis 90/Die Grünen“ hat durch eine Anfrage zu Tage gefördert, dass die bayerische Polizei in der so genannten KAN-Datei die Daten von 1,7 Millionen Bürgern speichert. Grundlage sind Strafverfahren und auch bloße Verdachtsmomente. Bundesweit stehen in dieser Datei 3,7 Millionen Bürger. Die bayerische Polizei hat also ein Drittel (!) aller erfassten Bürger zu verantworten. Dabei hat Bayern insgesamt ca. 12,6 Millionen Einwohner. Jeder Siebte in Bayern ist für die Polizei also potentiell gefährlich…

Die Anfrage gibt es hier.

3 Monate sind seit dem 12.12. vergangen und schon sind Nacktkontrollen traurige Realität

Hamburg, 12.03.2013 – Mit größtem Befremden hat das Bündnis ProFans von den Leibesvisitationen Kenntnis genommen, denen zwei Fußballzuschauer des Drittligaspiels SV Darmstadt 98 gegen Hallescher FC Chemie durch die Hessische Landespolizei unterzogen wurden.

ProFans sieht darin ein weiteres Anzeichen einer Tendenz, nach der die Hemmschwelle für derartige entwürdigende Kontrollen immer mehr sinkt. Den Betroffenen wurde, wie gemeldet wurde, weder die Möglichkeit eingeräumt, eine Vertrauensperson zu der Maßnahme hinzuzuziehen, noch konnten sie der gegen ihren ausdrücklichen Willen durchgeführten Nacktkontrolle etwa dadurch entgehen, dass sie auf den Besuch der Veranstaltung verzichtet hätten – obwohl genau dies bei der gerichtlichen Nachprüfung eines ähnlichen Vorfalls vor Jahren in Saarbrücken als eine Voraussetzung für die (seinerzeit dennoch nicht gegebene) Rechtmäßigkeit herausgestellt worden war.

Noch vor wenigen Wochen wurden seitens der DFL, bei der Diskussion um die Sicherheitsbeschlüsse vom 12.12.2012, sogenannte Vollkontrollen als eher hypothetische Möglichkeit abgetan, um die breiten Proteste der Fans zu beruhigen. Jetzt hingegen dienen genau diese Beschlüsse bereits als Rechtfertigung. So klagt der Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte, Matthias Stein: “Unser Kollege aus Halle durfte sich dann auch noch in arrogantem Ton fragen lassen: ‘Sie kennen wohl die neuen Sicherheitskonzepte nicht? Das wurde doch alles im Dezember beschlossen.’”

ProFans sieht durch derartige Kontrollen, die nach vorliegender Kenntnis übrigens noch nie zur Entdeckung eines gefährlichen Gegenstandes führten, den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit, dem die Polizei unmittelbar verpflichtet ist, grobst verletzt. Ermittlungsmethoden, die nur zur Verhinderung schwerster Verbrechen wie Terrorismus oder Handel mit harten Sucht- und Betäubungsmitteln gerechtfertigt sind (Spürhunde, Nacktkontrollen, verdeckte Ermittler), werden auf Fußballzuschauer angewendet, um der geradezu lächerlichen Machtdemonstration willen, das Mitbringen einer bengalischen Fackel zu verhindern. “Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, fordert eine bestimmte Fraktion von Möchtegern- oder tatsächlichen Innenpolitikern immer wieder, dass die Veranstalter, mithin letzten Endes die Zuschauer, derartige völlig unverhältnismäßige Einsätze auch noch selbst bezahlen sollen”, kommentiert Sig Zelt vom Bündnis ProFans.

Wieder einmal mehr wird durch einen solchen völlig unnötigen Einsatz der Verlust jeglichen Verständnisses der Fangemeinde für polizeiliches Handeln in Kauf genommen, wird statt Deeskalation eine Verschärfung der Spannungen bewirkt und ein konstruktiver Sicherheitsdialog mit den aktiven Fanszenen erschwert, weil genau derartige Maßnahmen radikale Kräfte in den Szenen stärken, während moderate Fans angesichts der Bedrohung mit entwürdigenden oder freiheitsentziehenden staatlichen Maßnahmen nach und nach aus den Stadien, insbesondere aus den Gästeblöcken, vertrieben werden.

ProFans im März 2013

Neues von unseren Freunden

VfL BOCHUM:

Für unsere Bochumer Freunde ging es am vergangenen Samstag auswärts nach Kaiserslautern, unterstützt von knapp 15 Leuten aus unterschiedlichen Teilen der Fan-Szene des FC Bayern. Auf dem Platz reichte es wie gegen Duisburg wieder nur zu einem Unentschieden, das Spiel endete 0:0. Ein paar unserer Freunde waren zu diesem Spiel von Meldeauflagen betroffen. Nachdem in den letzten Monaten hauptsächlich mit Stadtverboten, sowohl auswärts als auch daheim, probiert wurde einige Bochumer Ultras von bestimmten Spielen fern zu halten, haben die Sicherheitsbehörden nun die Maßnahme gewechselt und die Betroffenen müssen sich in der Stunde vor Spielbeginn auf der zuständigen Polizeiwache melden. Für diese Verschärfung gibt es zwar keinen wirklichen Grund, aber Hauptsache die populistischen Forderungen von Politikern und Polizeigewerkschaftlern werden schon in kleinem Rahmen ausprobiert… Wir vergessen nie! Weiterlesen