ProFans Kartenpreis Gladbach

Am Sonntag steht die Partie im „neuen Bökelberg“ auf dem Terminkalender. Bei den Eintrittspreisen kam es hier im Vergleich zur Vorsaison zu Änderungen.

Mit 17,50 Euro kostet der Stehplatz im Gästeblock gegenüber der Saison 2015/2016 nun 50 Cent mehr.
Weiterhin erhebt Borussia Mönchengladbach gestaffelte Zuschläge auf die Eintrittskarten. Bei den Stehplätzen beträgt der Topspielzuschlag nach wie vor 2,50 Euro.

Bei den Sitzplätzen gab es keine preisliche Veränderung zur Vorsaison. Ein Sitzplatz im Oberrang des Gästeblockes kostet dem Topspielzuschlag sei Dank weiterhin 47,50 Euro.

Durch die Einteilung der Begegnungen in vier Kategorien kommen dabei auf den eigentlichen Kartenpreis von 19,90 Euro beinahe 28 Euro an Zuschlägen für uns Bayernfans oben drauf!

Auch die Fans der Mannschaften, die das „Vergnügen“ haben in Kategorie B eingeteilt zu werden zahlen mit 37,50 Euro bereits fast 18 Euro an Zuschlägen. Dazu zählen beispielsweise die Fans von Borussia Dortmund oder auch vom FC Schalke 04.

Die Staffelung der Zuschläge reicht dabei von 7,60 Euro über 17,60 Euro bis hin zu den 27,60 Euro Mehrpreis, die am Sonntag wieder einmal gegen unseren Verein erhoben werden!

Die im Unterrang des Gästeblocks gelegenen Sitzplätze kosten am Sonntag gar 50,50 Euro. Auf den eigentlichen Kartenpreis von 30,50 Euro werden hier Zuschläge von 20,00 Euro erhoben. Bei den oben erwähnten Partien gegen Vereine der „Preiskategorie B“ beträgt der Zuschlag 10,00 Euro.

ProFans kritisiert das Urteil des OLG Köln vom 09.03.2017

Das unabhängige Bündnis ProFans übt scharfe Kritik am Urteil des OLG Köln vom 09.03.2017. Dieses entschied, dass ein Fan des 1. FC Köln aufgrund eines Böllerwurfs eine Strafe von 20.340€ an seinen Verein zu zahlen habe. Diesem Urteil war eines des BGH vom 22. September 2016 voraus gegangen, bei dem die Umlage einer Verbandsstrafe des DFB-Schiedsgerichts auf einen Fan beschlossen wurde. Lediglich über die Höhe der Umlage hatte das OLG am vergangenen Donnerstag zu entscheiden.
„Die dabei angewendete Handhabe des stillschweigenden Unterwerfens unter das Verbandsrecht des DFB ist konstruiert. Der Betroffene ist einer Doppelbestrafung ausgeliefert, da seine Vergehen ja in erster Linie im Rahmen der ordentlichen Gerichtsbarkeit geahndet werden sollten.“ kritisiert ProFans-Sprecher Stephan Schell.

ProFans-Sprecherin Gloria Holborn ergänzt: “Für das größte Unverständnis sorgt jedoch die Tatsache, dass im Rahmen der Schiedsgerichtsbarkeit des DFB dem Beschuldigten keine Möglichkeit eingeräumt wird, sich zu den Vorfällen zu äußern, wie es sein verfassungsmäßiges Recht im ordentlichen Prozess ist. Außerdem sind die Verbandsstrafen des DFB in ihrer Höhe willkürlich, nicht nachvollziehbar und hängen beispielsweise von der wirtschaftlichen Situation und Straffälligkeit der Vereine ab, wobei letzteres ja wiederum auf dem Fehlverhalten anderer beruht.“

Dass einen Stadionbesucher Rechtsfolgen aus einem verbandsrechtlichen Schiedsverfahren treffen, auf welches dieser keinerlei Einwirkungsmöglichkeit hat, war in der Vergangenheit nicht nur von ProFans kritisiert worden.

Der Fokus des Urteils des OLG Köln lag nun darin, zu entscheiden „welcher Anteil der Verbandstrafe auf das Verhalten des Beklagten zurückzuführen war. Der Verein war nicht nur wegen des Böllerwurfes, sondern auch wegen drei weiterer Vorfälle, an denen der Fan nicht beteiligt war, mit einer Strafe belegt worden.
Der 7. Zivilsenat entschied, dass der Beklagte den prozentualen Anteil bezahlen muss, der sich auf die Summe der Einzelstrafen bezieht. Das Verhältnis der jeweiligen Einzelstrafe zur Summe der Einzelstrafen sei dagegen eine verlässliche Bemessungsgrundlage, bei der Änderungen der Gesamtstrafe stets verhältnismäßig weitergegeben werden könnten.“, so heißt es in der offiziellen Pressemitteilung des OLG.

Den Fan treffen somit enorme Kosten, auf dessen Entstehung er allerdings entgegen aller rechtsstaatlichen Prinzipien keinen Einfluss hat.

Das unabhängige Bündnis ProFans fordert daher erneut den DFB auf, seine Gerichtsbarkeit transparenter und nach geltenden rechtsstaatlichen Prinzipien zu gestalten.

Dem 1. FC Köln, der bereits Revision gegen das Urteil des OLG eingelegt hat, weil er weitere 10.000€ von dem einzelnen Fan bekommen möchte, legen wir einen fanfreundlicheren Umgang mit seiner Anhängerschaft ans Herz und – soweit es uns zusteht – appellieren wir an den nun erneut entscheidenden Bundesgerichtshof, die Bemessungsgrundlage für die Umlage nicht von Umständen abhängig zu machen, für die der einzelne Beklagte nichts kann.

ProFans im März 2017